Peinture
Ident. Nr.: B UHP 109/13
ObjID: obj:2595582
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Neue Nationalgalerie
E-Mail:
nng@smb.spk-berlin.deDetails (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1926
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: PeintureMalereiÜbersetzung: Painting
- Provenienz
- Kauf (?): Privatsammlung,
um 1937-2007Auktion: Sotheby's, London,
16.6.2007Kauf: Galerie Gmurzynska, Zürich,
2007-2014Kauf: Ulla und Heiner Pietzsch,
2014-2016 - Material / Technik
- Öl auf Leinwand
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 73 x 92 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/2595582
Objektbeschreibung
Scheinbar zusammenhanglose Elemente driften über die sandfarbene Leinwand. Oben ein aus welligen Linien gebildetes Schema eines Kriechtieres, vielleicht ein Salamander. Rechts schließen sich zwei harte schwarze C-Formen an. In Verbindung mit der Wellenlinie erinnern sie an die Kürzel für windgeblähte Segel in anderen Bilden Mirós (etwa „Die Falle“, 1924, WVZ Dupin 1999, 97). Eher mittig liegt eine glühend rote eiförmige Sonne, darunter eine gelbe Flamme mit lang nach rechts auslaufenden Umrisslinien, gleich darunter eine ähnliche Form in Schwarz: Schatten? Fahne? Schnurrbartspitze? Links eine weiße Nebelwolke, aus der drei weitere wellige Linien züngeln, eine einzelne und zwei zusammenhängende, wie die Flamme, aber auch wie der Fluss im „Einsamen Landhaus“ (1924, WVZ 102), der dort im Gebirge entspringt. Goldgelb und Blutrot, die einzigen Farben, können einerseits heraldisch auf die „Senyera“ bezogen werden, die Fahne Kataloniens – Miró stammte aus Barcelona. Andererseits öffnet die absolute Lakonie der Formen den Assoziationsraum ins Allgemeine, Übernationale, Kosmische. Im Drang der Formen nach Bedeutung äußert sich ein universaler „élan vital“ (Henri Bergson). Alles – Flamme, Dunst, Salamander, Welle, Sand – ist Medium des einen Lebenspulses. Und wo alles eins ist, lässt sich im Salamander-Zeichen auch die Idee einer menschlichen Figur erahnen, und Bartspitze, Flamme (Pfeife!) und Sonnenauge können als in den Raum eingewobene Teilaspekte der Urchiffre des „Katalanischen Bauern“ (vgl. „Malerei“, 1925, Nationalgalerie, Schenkung Pietzsch) erscheinen: die Landschaft als Mensch, Makrokosmos als Mikrokosmos. | Oliver Seifert
Letzte Aktualisierung: 13.01.2026
Kontakt
Einrichtung:
Neue Nationalgalerie
E-Mail:
nng@smb.spk-berlin.de