Logo

Deliveroo

Ident. Nr.: N (7 B) 12/2021

ObjID: obj:2612779

Details (Expert)

Datierung
2015
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: ca. 49 x 42 x 42 cm

Objektbeschreibung

Nahezu quadratischer Rucksack aus grau-schwarzem und türkisen Polyester mit dem Licht reflektierenden Aufdruck „deliveroo" an beiden Seiten. Auf der Rückansicht das Firmenlogo von „deliveroo", ein stilisierter Tierkopf (angelehnt an ein Känguru =cangoroo) und erneut der Firmenschriftzug. Die Rückseite lässt sich mit Hilfe eines Reisverschlusses komplett öffnen. Innen isolierendes Material in Silber. Oben seitlich zwei Tragehenkle angebracht sowie an der einen Seite des Rucksacks schwarze Rucksackriemen.
Der Tierkopf sowie der Schriftzug darunter sind mit schwarzem Gaffa-Tape verdeckt/verändert worden. Auf der einen Seite zudem noch einige Buchstaben aus schwarzem Gaffa-Tape.

Der Rucksack gehörte dem Fahrer Stefano L., der einer der ersten Fahrer für das Unternehmen Deliveroo in Berlin war. Er arbeitete bei Deliveroo als Fahrer bis Deliveroo 2019 den Betrieb einstellte. Den Rucksack hatte Stefano mit Gaffa-Tape verändert, u.a. hatte er den Satz „Late capitalism has never tasted so good." auf die eine Seite des Rucksacks geklebt. Einige der Buchstaben sind noch erhalten.
Würfelförmige Rucksäcke wie dieser sind typisch für die Dienstleistung des Essenauslieferns in europäischen Großstädten wie Berlin. Diese Art der Dienstleistung wurde ab ca. 2010 von diversen Start-Ups kommerzialisiert.

Radfahrer*innen mit diesen Rucksäcken und teilweise noch Kleidungen, die das Branding des Dienstleisters tragen, gehören fest zum Stadtbild in europäischen Großstädten.
Über das Internet können Konsument*innen in teilnehmenden Restaurants Speisen bestellen, die anschließend von den Fahrer*innen in dem isolierenden, würfelförmigen Rucksack zur Wohnungstür der Konsument*innen geliefert werden.

Historische Vorbilder dieser zeitgenössischen Dienstleistung sind einerseits Mägde und Knechte, die Waren und Abholungen im 19. Jahrhundert in den Großstädten per Rückentragen transportierten sowie Hökerfrauen und Buckelmänner. Diese trugen ihre Waren (Lebensmittel etc.) in einer Hucke als Händlerinnen durch die Stadt und verkauften diese an der Haustüre und waren vor der Etablierung von Markthallen und Lebensmittelgeschäften die gängigste Art, den Einkauf zu erledigen.

Letzte Aktualisierung: 24.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Museum Europäischer Kulturen

Weitere Objekte aus den Sammlungen