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Lundborg's Perfumes

Ident. Nr.: 2655378

ObjID: obj:2655378

Details (Expert)

Beteiligte
Louis John Rhead (1857 - 1926),
Entwerfer*in
Datierung
1894
Geografische Bezüge
Material / Technik
Abmessungen
Höhe x Breite: 45,3 x 30,4 cm

Objektbeschreibung

Von Blumen umrankt, der Blick verträumt: Ein beliebter Frauentypus in der Plakatwerbung um 1900 war die makellos Schöne. Ihre Attraktivität stand bildhaft für die beworbenen Produkte und wurde, mit Symbolen und Attributen verknüpft, nicht selten zur Allegorie: Lilien, helle Haut und weiße Wäsche stehen für Reinheit, Blüten und ätherische Winde für Vergänglichkeit. Vor allem Abstrakteres, wie Kunst oder Literatur, fand in der Reklame oft Ausdruck in allegorischen Frauenfiguren, die etwa mit Harfe, Palette oder Schreibfeder die schönen Künste personifizierten.
Diese Darstellungen wurden maßgeblich durch den Jugendstil geprägt. Mit der Abwendung vom industriellen Zeitalter fand gleichzeitig eine Hinwendung zur Natur statt – traditionell als weibliche Sphäre angesehen. Im Gegensatz dazu wurde die Kultur als männlich charakterisiert. Die Problematik der polarisierenden Aufteilung ergibt sich aus der Bewertung der Natur als sanft, schmückend und primitiv. Verklärte, stereotypisierende Bilder dieser Art schränkten den weiblichen Handlungsspielraum ein – schwer vorstellbar, dass die hier dargestellten Schönheiten ein Mitspracherecht fordern, einen Beruf ergreifen oder die eigene Meinung vertreten. Während die Frauen als Allegorien der Künste überhöht wurden, war ihre Lebensrealität das Gegenteil: Zur Kunstausbildung waren sie in der Regel nicht zugelassen.

Der Grafiker Louis John Rhead war 1897 als einziger US-amerikanischer Künstler in der Pariser Ausstellung „Salon de Cent“ vertreten. In den Jahren davor hatte er sich bereits als Plakatgestalter und Illustrator für Zeitschriften einen Namen gemacht. Titelblätter für die Magazine „Scribner’s“, „The Century“ oder „The Sun“ zählten zu Rheads bekanntesten Arbeiten. Seine Motivik war dem europäischen Jugendstil angelehnt: Er verwendete mit Vorliebe blumige Ornamente und markante Farben. Durch die Konturierung seiner Motive erzielte Rhead plakative Wirkung trotz kleinteiliger Darstellungen. Rhead fand Inspiration in den Entwürfen von Eugène Grasset, die er zum Teil zitierte.

Die Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin besitzt rund 3600 Originalplakate aus den Jahren 1840 bis 1914, davon knapp 30 von Louis John Rhead. Dieser herausragende Bestand, an dem sich die Vielfalt der Plakatkunst an den Übergängen von Historismus zu Jugendstil und Sachplakat ablesen lässt, konnte 2021 vollständig digitalisiert und online gestellt werden. Das Digitalisierungsprojekt wurde durch die Deutsche Digitale Bibliothek im Rahmen des von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) geförderten Programms NEUSTART KULTUR ermöglicht. (Text: Christina Thomson / Christina Dembny)

Letzte Aktualisierung: 04.05.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstbibliothek

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