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Ident. Nr.: N (2 N) 76/2026

ObjID: obj:2658382

Details (Expert)

Datierung
2021
Material / Technik
Kopfweide, Haseln, geflochten, geknotet
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: ca. 140 x 100 x 40 cm

Objektbeschreibung

Modell einer Nieheimer Flechthecke

Nieheimer Flechthecken sind Hecken, deren Zweige während des Wuchses so verflochten werden, dass sich eine stabile und dichte Struktur ergibt. Die kulturhistorische Handwerkstechnik, die dabei angewandt wird und bei der junge Weiden- und Haselruten verknotet und verflochten werden, wurde 2018 Teil in das Bundesweite Verzeichnis Immaterielles Kulturerbe aufgenommen. Im Winter bzw. Frühjahr, wenn die Hecken keine Blätter haben, werden die Zweige jedes Jahr neu bzw. weiterverflochten. Pro 10 Meter Hecke rechnet man mit einem Arbeitstag an Pflege. Legt man eine Hecke neu an, so pflanzt man alternierend Weiden, Haselnusssträucher und Weißdornpflanzen. Die Hecken werden auf eine Höhe von ca. 1,50 m gebracht, wobei sich drei Lagen an waagrechten Verflechtungen zeigen. Häufig wurden mit ihnen Weiden und Koppeln eingefriedet.

Flechthecken waren in Nieheim schon im 17. Jahrhundert bekannt und bis ins frühe 20. Jahrhundert genutzt. Im 20. Jahrhundert ersetzen dann künstliche Umfriedungen (z.B. aus Stacheldraht) zunehmend die Flechthecken, jedoch wurden sie als wichtiger Bestandteil von Kulturlandschaften in letzten Jahren wieder vermehrt gebildet.

Flechthecken bieten dabei mehrere Vorteile: alte Teile der Hecke dienten als Brennholz, die Hecken selbst boten den Weidetieren Schatten. Die Nüsse und das Laub der Hecken konnten als Futtermittel genutzt werden. Zudem dienen die dichten Hecken als Nistplätze für Vögel, Igel, Mäuse, Insekten und andere Tiere und tragen so zur Biodiversität bei.

Der Nieheimer Heimatverein sorgt dafür, dass die Tradition des Heckenflechtens an jüngere Generationen weitergegeben wird.

Das kurze Teilstück wurde vom Nieheimer Heimatverein als Schaustück angefertigt und zeigt eine Nieheimer Flechthecke in den Wintermonaten, wenn durch das abgeworfene Laub die Flechtstruktur besonders gut zu sehen ist.

Flechthecken wurden auch in anderen Ländern Europas gefertigt. 

Letzte Aktualisierung: 14.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Museum Europäischer Kulturen

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Anna Valtermayrin von Sollach wurde von zweyen Lauffenten Pferdten hinwech geworffen, Und Maria ihre Tochter von einen hoch-geladnen fueder herunder gestosßen. Weillen sie nun in so augensheinliher Leebens, gefahr imerdar zu Mariam nach Hehenkirchen Umb hilff gerueffen, seint sie bayde durch die mechtige vorbitt Mariä recht wunderbahrlich beym Leeben Und gesundheit erhalten worden. gott und Mariä sey eviger Danckgesagt, anno 1754.

Anna Valtermayrin von Sollach wurde von zweyen Lauffenten Pferdten hinwech geworffen, Und Maria ihre Tochter von einen hoch-geladnen fueder herunder gestosßen. Weillen sie nun in so augensheinliher Leebens, gefahr imerdar zu Mariam nach Hehenkirchen Umb hilff gerueffen, seint sie bayde durch die mechtige vorbitt Mariä recht wunderbahrlich beym Leeben Und gesundheit erhalten worden. gott und Mariä sey eviger Danckgesagt, anno 1754.

Querformat. Rechts oben rotgesäumtes Lichtloch, auf Wolkenkissen stehend Mutter Gottes, auf der Rechten das Kind, auf der Linken Traube. Von ihr je ein Strahl zu den beiden Verunglückten. Im Hintergrund Baumgruppen, beiderseits eine Kapelle. Im Mittelpunkt ein gezäunter Weg. Auf diesem hält eine Karosse mit zwei Schimmeln und Kutscher, die beiden Fahrgäste als Zuschauer am Zaun. Im Vordergrund Grasfuder mit zwei durchgehenden Pferden. Vom Wagen stürzt ein Mädchen, neben den Pferden liegt eine Frau. Rechts vom Wagen der aufstakende Bauer. Unter der Darstellung breites Schriftband, weiß, beiderseits rot endend: "Anna Valtermayrin von Sollach wurde von zweyen Lauffenten Pferdten hinwech geworffen, Und Maria ihre Tochter von einen hoch-geladnen fueder herunder gestosßen. Weillen sie nun in so augensheinliher Leebens, gefahr imerdar zu Mariam nach Hehenkirchen Umb hilff gerueffen, seint sie bayde durch die mechtige vorbitt Mariä recht wunderbahrlich beym Leeben Und gesundheit erhalten worden. gott und Mariä sey eviger Danckgesagt, anno 1754."

Anno 1818. Seynd wir durch die Vorbitt der Gnaden Mutter in der Steinfelsen von der Augenscheinlichen Todesgefahr, die zu Mamminger Isar Prüken erfolgten stürzung, getrohet hat, gerettet worten. Zur danksagung hat dise Dafel Simann Gigisreiter 1/4 bauer in buebach, und desen Eweib Maria Anna geopfert!

Anno 1818. Seynd wir durch die Vorbitt der Gnaden Mutter in der Steinfelsen von der Augenscheinlichen Todesgefahr, die zu Mamminger Isar Prüken erfolgten stürzung, getrohet hat, gerettet worten. Zur danksagung hat dise Dafel Simann Gigisreiter 1/4 bauer in buebach, und desen Eweib Maria Anna geopfert!

Querformat. Oben in der Mitte auf Wolkenkissen Maria Hilf. Dunkler Himmel, im Hintergrund Bäume. Im Vordergrund ein Fluss, links geschwungener Holzsteg, aus dem ein Stück fehlt. Im Fluss schwimmend Fuder mit zwei Pferden bespannt, Frau, Mann auf Holzstück und Kind, sich an einem Brückenpfahl haltend. Rechts am Ufer festgemacht, wohl Schiffsmühle. Unter der Darstellung Schriftband: Anno 1818. Seynd wir durch die Vorbitt der Gnaden Mutter in der Steinfelsen von der Augenscheinlichen Todesgefahr, die zu Mamminger Isar Prüken erfolgten stürzung, getrohet hat, gerettet worten. Zur danksagung hat dise Dafel Simann Gigisreiter 1/4 bauer in buebach, und desen Eweib Maria Anna geopfert!Durch die untere Häfte dieses Votivbildes schimmert ein Älteres durch. Man erkennt vor einem großen Hause einen bespannten Wagen mit zwei Männern. Am rechten Rand: 1786 EXVOTO (?)Die Votivtafel wurde im August 1968 in Gemäldegalerie gerönt und infrarot aufgenommen. Wagen von links mit 2 Pferden und Reiter stößt gegen den mit 4 Pferden bespannten Heuwagen. (?) Reiter des Sattelpferdes blickt zurück zu einem Mann, der vor die Hinterräder gefallen ist. Auf Hausgiebel kleine stehende Muttergottes. Druch die Aufnahme die Lesung der Inschrift bestätigt.