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Pick-Me-Up. The Most Humorous Paper

Ident. Nr.: 1896,163

ObjID: obj:2660417

Details (Expert)

Beteiligte
Leonard Raven-Hill (10.03.1867–31.03.1942),
Entwerfer*in
Geografische Bezüge
Material / Technik
Abmessungen
Höhe x Breite: 75,5 x 50,5 cm

Objektbeschreibung

Die humoristische Zeitschrift bemüht ein Wortspiel: „Pick me up“ kann sich, im Sinne von „Muntermacher“, auf das Lesen des Blattes beziehen, im Sinne von „Nimm mich mit“ aber auch auf die Frau selbst. So erscheint die Dargestellte als sexualisiertes Objekt - wenngleich mit einem ironischen Augenzwinkern.
Ob Lampenöl, Zigarettenpapier oder Versicherungen – kaum etwas scheint sich nicht besser zu verkaufen, wenn eine Frau es anpreist. Doch wann entstand eigentlich dieser Gedanke? Der Blick auf die Anfangszeit der modernen Werbung zwischen 1880 und 1900 zeigt: Hier liegen die Ursprünge einer Produktreklame, die – auch bei gemischten oder rein männlichen Zielgruppen – auf die Kunst der (weiblichen) Verführung setzt. Dabei ging es kaum darum, ob die Dargestellte tatsächlich mit dem Produkt zu tun hat, sondern vielmehr um ihre „dekorativ“ und „verlockend“ gesehene Präsenz. Bald kamen solche „Werbedamen“ international zum Einsatz. Als Verkörperungen von jugendlicher Kühnheit, grazilem Schick oder mondäner Kennerschaft sind sie positiv konnotiert. Doch ist der Grat zur Abwertung schmal, wenn die Frau auf ihre sinnlichen, vermeintlich verführerischen Attribute reduziert wird oder als schmückendes Beiwerk fungiert.  

Ein gefördertes Projekt ermöglichte 2021/22 erstmals die digitale Bestandsaufnahme aller Plakate und Plakatentwürfe aus den Jahren 1840 bis 1914 in der Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin. In ihrer internationalen Vielfalt eröffnen die Plakate ein Panorama der visuellen Kommunikation: Sie illustrieren Design-, Reklame- und Druckgeschichte am Übergang von Historismus und Jugendstil zum Sachplakat, stellen zugleich aber auch wertvolle Dokumente der Zeit- und Kulturgeschichte dar.
Das Digitalisierungsprojekt wurde durch die Deutsche Digitale Bibliothek im Rahmen des von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) geförderten Programms NEUSTART KULTUR ermöglicht. Der Text ist Teil der Online-Ausstellung „Verklärt, begehrt, vergessen – Frauen in der frühen Plakatgestaltung“, die aus einer ersten Auswertung der nun vollständig erfassten Bestände entstand. Sie versteht sich als Anregung für weitere Forschungen. (Text: Christina Thomson / Christina Dembny)


Letzte Aktualisierung: 04.05.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstbibliothek

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