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Kladderadatsch in Paris auf der Industrie-Ausstellung

Ident. Nr.: 1919,440/044

ObjID: obj:2666385

Details (Expert)

Beteiligte
Gustav Bartsch (12.07.1821–18.07.1906),
Entwerfer*in
Storch & Kramer (Berlin) (1857 - 1882),
Drucker*in
Verlag A. Hofmann & Co. (1845 -),
Verleger*in
Wilhelm Scholz (1824 - 1893),
Genannt
Datierung
1855
Geografische Bezüge
Material / Technik
Abmessungen
Höhe x Breite: 60,2 x 77,8 cm

Objektbeschreibung

In der Sammlung der Kunstbibliothek finden sich über 30 frühe Werbeplakate für Erzeugnisse der Satirezeitschrift „Kladderadatsch“: Kalender, Sonderdrucke, Abonnements oder einzelne Ausgaben. Die Plakate stammen zwar von verschiedenen Gestaltern, verarbeiten jedoch fast alle die Illustrationen von Wilhelm Scholz (1824–1893), der von der Gründung des Magazins 1848 bis 1890 für das Blatt zeichnete. Bereits im ersten Jahr seines Erscheinens war das von David Kalisch in Berlin herausgegebene, von Albert Hofmann verlegte Witzblatt ein voller Erfolg. Gemeinsam mit seinen "Gelehrten" Schultze und Müller, Meister des Berliner Dialekts, nimmt der grinsend personifizierte Kladderadatsch gesellschaftliche und politische Zustände auf die Schippe. In eine rote Toga gekleidet ist er hier gerade im Begriff, die beiden alnlässlich der Pariser Industrieausstellung mit einem Kranz zu ehren. Der im lautmalerischen Namen "Kladderadatsch"  ausgedrückte Zusammenbruch zielte – in trocken humoristischer Form – auf das nach der Novemberrevolution fortbestehende militaristisch-absolutistische System Preußens ab. Mit wachsender Kundschaft verlor das Magazin stückweise seine anfängliche Unangepasstheit und spiegelte die konservativen Ansichten seiner gutsituierten Leser. Bismarck, anfangs verspottet, wurde später zum Helden stilisiert – eine wichtige Unterstützung seiner national-liberalen Politik. Die Kladderadatsch-Plakate in der Kunstbibliothek stammen allesamt aus dem 1919 übergebenen Schenkungskonvolut eines Privatsammlers, des Geheimen Regierungsrats Walter von Zur Westen. Sie gehören zu den frühesten farbigen Bildplakaten in der Sammlung. (Text: Christina Thomson)

Letzte Aktualisierung: 04.05.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstbibliothek