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Rechteckige Plakette mit Eberjagd

Ident. Nr.: K 5938 a

ObjID: obj:2703429

Details (Expert)

Datierung
Ende 16. Jahrhundert
Material / Technik
Blei

Objektbeschreibung

"Bärenjagd. Links ein gestürzter Jäger, von einem Bären angefallen, auf den zwei Hunde losgehen. Rechts sprengt ein Reiter mit einem Spieß ausholend heran, der von einem weiteren Hund begleitet wird. Im Hintergrunde eine hügelige Landschaft, ein Baum und eine Stadt.
Eberjagd. Auf der rechten Seite ein von mehreren Hunden gestellter Eber, dem, mit ausgeholtem Jagdspieß, ein leicht bekleideter Jäger zu Fuß nachsetzt. Im Hintergrunde Landschaft, unten steiniger Boden.
Stierjagd. Links ein heranstürmender behelmter Jäger mit wehendem Schleier, in der Rechten ein Schwert haltend, der auf einen von mehreren Hunden angefallenden Stier losgeht. Steiniger Boden im Vordergrund, hinten waldige Landschaft und Gebäude.
Während die Plakette mit der Bärenjagd einen sehr scharfen Abguß darstellt, zeigen die beiden anderen Jagdszenen ein stark abgeriebenes Relief. Das Relieffeld jeweils mit schmalem Rand. Die drei Abgüsse gehören zu einer Plakettenfolge von mindestens acht Darstellungen, zu denen außer den aufgeführten noch folgende gehören: Zwei Löwenjagden, Wolfsjagd, Hirschjagd und Hasenjagd. Silberabgüsse begegnen als Dekor auf Arbeiten des Matthias Wallbaum, so z. B. die Hirschjagd und die Bärenjagd auf einem Kunstschrank in Berlin (Köpenick), KGM (Inv. Nr. K 2776)."
aus K. Pechstein, Bronzen und Plaketten, 1968, Kat. Nr. 243-245
siehe auch K 5616
Der Kunstschrank von Matthias Walbaum (K 2776) ist zurzeit in der ständigen Ausstellung des KGM im Haus am Kulturforum zu sehen.
MAKR

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa