Gruss aus Borkum.
Ident. Nr.: N (33 Q) 31/2021
ObjID: obj:2707380
Details (Expert)
- Datierung
- um 1935 (o. J.)
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 14 x 9,5 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/2707380
Objektbeschreibung
Hochformat. Abdruck des antisemitischen und deutschnationalen „Borkum-Liedes“. Oben kleine Darstellung von Feierlichkeiten im Kurhaus, während eine als „jüdisch“ dargestellte Familie abgewiesen wird (Bildunterschrift „Bedaure!“). Die Karte ist unbeschrieben und nicht gelaufen.
Karten wie diese wurden auf der Nordseeinsel Borkum seit dem späten 19. Jh. vertrieben. Die Insel ist ein Paradebeispiel für den zu dieser Zeit aufkommenden „Bäder-Antisemitismus“. Insbesondere in den aufstrebenden Kurorten an Nord- und Ostsee war dieser weit verbreitet. Der Antisemitismus hatte hier auch strategische Gründe, da man sich Wettbewerbsvorteile (vor allem gegenüber den älteren Kurbädern an Nord- und Ostsee) versprach. Auf Borkum war der Antisemitismus schon alltäglich und die Insel auch früh bekannt dafür. Schon im November 1905 warnte der Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens jüdische Besucher*innen vor einem Besuch und den Anfeindungen auf der Insel. Im Jahr 1897 wurde in einem Reiseführer positiv hervorgehoben, dass die Insel „judenrein“ sei. Dieses Image wurde auf Borkum gepflegt und zur Profilierung genutzt (v.a. gegenüber Norderney). Seit den 1890er Jahren wurden antisemitische Postkarten gedruckt und auch das Borkum-Lied geschrieben. Es wurde häufig und bei verschiedenen Anlässen angestimmt und von der Kurkapelle begleitet. Gesungen wurde es zur Melodie des Kaisermarsches von Richard Wagner.
Letzte Aktualisierung: 19.12.2025
Kontakt
Einrichtung:
Museum Europäischer Kulturen
E-Mail:
mek@smb.spk-berlin.de