Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1910
- Geografische Bezüge
- Material / Technik
- —
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 107,7 x 77,3 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/2720394
Objektbeschreibung
Mit ihren Ausdrucks- und Nackttänzen wurde die deutsche Tänzerin Gertrud Leistikow (1885-1948) ab den 1910er-Jahren bekannt. Der junge Bertold Brecht schrieb sogar ein Gedicht für sie. Leistikows Tänze hatten ihren Ursprung in der Reformbewegung und Freikörperkultur der Jahrhundertwende. Entsprechend dem Wunsch nach einem „natürlicheren“ Leben – als Gegensatz zur Existenz in der modernen Großstadt – diente das Tanzen auch als Mittel zur Selbstfindung und -verwirklichung. 1914 folgte Leistikow dem Tanzpädagogen Rudolf von Laban auf den Monte Veritá im schweizerischen Tessin, wo alternative Lebensweisen ausgetestet wurden. Das Plakat von Siegfried Werner Müller stellt Getrud Leistikow im schmalen Sommerkleid vor einem abstrakten Hintergrund mit organischen Formen dar. Das flächige Rosa betont ihre Körperlichkeit, der schlichte Schnitt verkörpert Leichtigkeit und Einfachheit – Werte, nach denen auch die Reformtänzer*innen strebten. Als Vorlage verwendete der Grafiker offenbar ein Foto von Hugo Erfurth,
das die Tänzerin in der hier dargestellten Körperhaltung im Sprung festhält. (Text: Christina Thomson / Christina Dembny)
Letzte Aktualisierung: 04.05.2026
Kontakt
Einrichtung:
Kunstbibliothek
E-Mail:
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