Details (Expert)
- Beteiligte
- Geografische Bezüge
- Material / Technik
- —
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 90,9 x 68,8 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/2730441
Objektbeschreibung
Da zwei seiner Kollegen an einer Vergiftung durch bleihaltige Schminke gestorben waren, gründete der Opernsänger Johann Ludwig Leichner 1873 die „Poudre- und Schminkfabrik Leichner“. Die Produkte waren bleifrei und stellten damit eine Neuheit in der Kosmetikindustrie dar. Mit dem Aufkommen neuer Produkte in einer industrialisierten Konsumwelt wurden um 1900 vermehrt auch Frauen als Konsumentinnen angesprochen. Die Bilder in der Werbung suggerierten der modernen Frau, dass sie sich nur mit Genussmitteln und Luxusgütern wie Champagner und Pelzen umgeben müsse, um ein Lebensgefühl von Eleganz, Fröhlichkeit und Sinnlichkeit zu erreichen. Beworben wurden auch Beschäftigungsmittel der Bildungsbürgerin, wie Bücher, Zeitschriften und Klaviere; und mit Mode, Schmuck oder Schminke wurde der Schönheitsdrang angesprochen. Doch auch Produkte für den Haushalt wurden reklametechnisch auf Frauen gemünzt, da dieser weiterhin als ihr Verantwortungsbereich galt. Egal wofür: Werbung für weibliche Zielgruppen diente dazu, Verkäufe anzukurbeln. Die Lebensrealität der meisten Frauen war jedoch alles andere als luxuriös – ein in der Reklame gekonnt überspielter Zustand. (Text: Christina Thomson / Christina Dembny)
Letzte Aktualisierung: 04.05.2026
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Einrichtung:
Kunstbibliothek
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