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Möve Thüringische Maschinen- und Fahrrad-Fabrik

Ident. Nr.: 2736404

ObjID: obj:2736404

Details (Expert)

Beteiligte
Unbekannt,
Entwerfer*in
J., und Co. Aberle (1927),
Drucker*in
Datierung
1902
Geografische Bezüge
Berlin,
Stadt
Material / Technik
Abmessungen
Höhe x Breite: 89 x 58,7 cm

Objektbeschreibung

Mit Erfindung des Pedalantriebs in den 1870er-Jahren begann der große Boom des Fahrrads. Um 1900 war das Fahrrad dank industrialisierter Produktionsweisen zu einem weltweit erfolgreichen Handelsprodukt und Fortbewegungsmittel geworden. Radfahren war erschwinglich und in vielen Gesellschaftskreisen beliebt. Hier fährt ein sportlich-elegant gekleideter Herr ein Fahrrad der Marke Möve, die eine Hand lässig an die Hüfte gelegt, im Mund eine rauchende Pfeife. Dass er so gemütlich daherradeln kann, war auch den luftgefüllten Gummireifen seines Rads zu verdanken: Die neuartigen Luftreifen, 1888 von Dunlop in den USA auf den Markt gebracht, erhöhten den Komfort beim Radfahren immens.
 
Dass auch Gummireifen in jener Zeit eng mit kolonialen Kontexten verknüpft sind, macht man sich selten klar. Bevor in den 1930er-Jahren die synthetische Kautschukproduktion ins Rollen kam, konnte man Gummi nur aus natürlichem Kautschuk brauchbar herstellen. Dieser Rohstoff, gewonnen aus dem Milchsaft tropischer Pflanzen, kam aus Afrika, Südamerika und Südostasien. Nach Europa gelangte er Großteils über kolonialisierte Gebiete, wo er unter unmenschlichen Bedingungen der Zwangsarbeit durch dort lebende Bevölkerungsgruppen zum Export produziert wurde.

(Text: Christina Thomson)

Letzte Aktualisierung: 04.05.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstbibliothek

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