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Naumann's Fahrräder

Ident. Nr.: 2741397

ObjID: obj:2741397

Details (Expert)

Beteiligte
Hermann, AG Schött (1917-1945),
Drucker*in
Unbekannt,
Entwerfer*in
Datierung
1900
Geografische Bezüge
Material / Technik
Abmessungen
Höhe x Breite: 70,3 x 94,1 cm

Objektbeschreibung

Mit Erfindung des Pedalantriebs in den 1870er-Jahren begann der große Boom des Fahrrads. Um 1900 war das Fahrrad dank industrialisierter Produktionsweisen zu einem weltweit erfolgreichen Handelsprodukt und Fortbewegungsmittel geworden. Radfahren war erschwinglich und in vielen Gesellschaftskreisen beliebt – und das nicht nur bei Männern, sondern auch bei Frauen. Ihnen bot es erstmals die Möglichkeit, sich schnell und unabhängig fortzubewegen: ein wichtiger Beitrag zur weiblichen Emanzipation. Als potenzielle Konsumentinnen wurden Frauen auf Werbeplakaten wie diesem elegant in Szene gesetzt. Hier wirbt der Fabrikant Naumann für eines seiner Damenräder mit luftgefüllten Gummireifen. Diese Neuerung, 1888 von Dunlop in den USA auf den Markt gebracht, erhöhte den Komfort beim Radfahren immens.
 
Dass auch Gummireifen in jener Zeit mit kolonialen Kontexten verknüpft sind, macht man sich selten klar. Bevor in den 1930er-Jahren die synthetische Kautschukproduktion ins Rollen kam, konnte man Gummi nur aus natürlichem Kautschuk brauchbar herstellen. Dieser Rohstoff, gewonnen aus dem Milchsaft tropischer Pflanzen, kam aus Afrika, Südamerika und Südostasien. Nach Europa gelangte er Großteils über kolonialisierte Gebiete, wo er unter unmenschlichen Bedingungen der Zwangsarbeit durch dort lebende Bevölkerungsgruppen zum Export produziert wurde.

(Text: Christina Thomson)

Letzte Aktualisierung: 04.05.2026

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Einrichtung:

Kunstbibliothek

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