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Fête des Vignerons 1905 Vevey

Ident. Nr.: 1988,021/1

ObjID: obj:2783431

Details (Expert)

Beteiligte
Marguerite Burnat-Provins (1872.06.26),
Entwerfer*in
Datierung
1905
Geografische Bezüge
Material / Technik
Abmessungen
Höhe x Breite: 75,2 x 114,4 cm
Erwerbung
1988 Ankauf von Bruno Margadant, St. Gallen

Objektbeschreibung

Marguerite Burnat-Provins führte ein außergewöhnliches und selbstbestimmtes Leben. Sie stammte aus Arras in Nordfrankreich und studierte von 1891 bis 1896 Malerei an der privaten Académie Julian in Paris. Dort lernte sie ihren späteren Mann kennen, Adolphe Burnat, mit dem sie ins schweizerische Vevey zog, einem Ort am Genfer See. Bald eröffnete sie dort ein Geschäft für Dekorationsgegenstände, nahm an Ausstellungen teil und begann zu schreiben und zu dichten. Ihre Bücher illustrierte Burnat-Provins selbst. Außerdem entwarf sie Plakate, womit sie eine der ersten Frauen in der Schweiz war, die als Gebrauchsgrafikerin arbeitete. Ihre grafischen Arbeiten sind vom Jugendstil geprägt, in ihren Plakaten verband sie ornamentale Formen mit leuchtenden Farben. Das immense künstlerische Schaffen der auf vielen Gebieten tätigen Künstlerin zeichnete sich durch eine Verbindung von Kunst und Leben aus. Auch im Bereich des Natur- und Heimatschutzes engagierte sie sich mit ihrem Werk: 1905 gründete sie die „Ligue pour la Beauté“ (Liga für die Schönheit“). Nach der Scheidung von Burnat kehrte sie nach Frankreich zurück. Sie heiratete den Ingenieur Paul de Kalbermatten und bereiste mit ihm Ägypten, den Libanon und Syrien; 1912 folgte die Trennung. Mit dem Beginn des Ersten Weltkriegs fanden sich zunehmend symbolistische Züge im Werk Burnat-Provins': Mit zarten Linien und mystischen Motiven verarbeitete sie den Schock des Krieges. Bis an ihr Lebensende blieb sie höchst produktiv und veröffentlichte eine Vielzahl von Texten, Büchern, Zeichnungen und Grafiken, die auf eine ganz eigene, faszinierende Welt symbolistischer Visionen verweisen. Die Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin besitzt rund 3800 Originalplakate aus den Jahren 1840 bis 1914. Insgesamt sind im Bestand der frühen Plakate 40 weibliche Gestalterinnen vertreten, gegenüber 957 Männern. Dieses Plakat wurde 1988 aus der Sammlung Bruno Margadant erworben (Text: Christina Dembny).
Literatur zu Marguerite Burnat-Provins:
Helen Bieri Thomson, Catherine Dubuis (Hg.): Marguerite Burnat-Provins. De l’Art nouveau à l’art hallucinatoire, Paris 2003;
Anne Murray-Roberston: Marguerite Burnat-Provins - Coeur sauvage, Gollion 2019



Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstbibliothek

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