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David und Goliath

Ident. Nr.: 128-1927

ObjID: obj:2787396

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Ugo da Carpi (um 1450?),
Holzschneider*in
Entwurf: Raffael (1483 - 1520),
Zeichner*in
Entwurf: Marcantonio Raimondi (um 1480),
Stecher*in
Datierung
1520–1527
Provenienz
Friedrich August II. von Sachsen (1797-1854),
534268
Abmessungen
Blattmaß: 26,6 x 38,5 cm
Erwerbung
am 4.5.1927 von C. G. Boerner, Leipzig, erworben (Auktion 154, Los 341)

Objektbeschreibung

Der Holzschnitt zeigt David, wie er den Riesen Goliath erschlägt. Die Komposition  entstand nach einem Fresko Raffaels in den Loggien des Vatikans. Drei Varianten zeigen die unterschiedliche Wirkung der Farben, die harmonisch ineinandergreifen und den Figuren Plastizität verleihen.

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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Nach dem Verlorenen Sohn ist der Teufel, der, während die Landarbeiter schlafen, Unkraut zwischen den Weizen sät, wohl das um 1600 am häufigsten dargestellte Gleichnis Jesu. De Gheyn zeigt sich in der Weise, wie die ganze Landschaft von einer Spannung ergriffen wird, die in der Hauptfigur kulminiert, als einer der führenden Manieristen. Obwohl Studienzeichnungen erhalten sind, in denen das Modell dem links am Baum Schlafenden ähnelt, wird jede Naturwahrheit zugunsten des Ausdrucks zurückgestellt. Von dem in Bewegungsrichtung des feindlichen Sämannes abschüssigen Feld über die bizarren Kopfweiden bis zu den Pilzen, die vorn ganz unwahrscheinlich auf dem frisch gepflügten Acker sprießen, kündigt sich Unheil an, das nicht nur durch den Teufel versinnbildlicht wird, sondern auch in den Hexenreitern am brodelnden Himmel, mit denen der Zeichner weit über den Bibeltext hinausgreift. Im scharfen Gegensatz dazu stehen rechts die idyllisch schlafende Gruppe und links die ruhigen Tiere, die schweren Säcke mit dem Saatgut und der nach dem reichlichen Mittagsmahl ruhende Arbeiter. In diesen Themen ist de Gheyn auf der Höhe der Zeit; auch andere Künstler wie vor allem A. Bloemaert zeichnen in diesen Jahren das bäuerliche Leben, wobei der Ton immer auf Muße und Verfall liegt. Die biblische Geschichte gibt de Gheyn die Möglichkeit, dies mit Zügen seiner Hexensabbat-Darstellungen zu verbinden, mit denen er Salvator Rosa vorangeht.Text: Gero Seelig in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 190, Kat. IV.31 (mit weiterer Literatur)