Logo

Fräulein von Schütz, Brustbild nach links

Ident. Nr.: SZ Tangermann 307

ObjID: obj:2790384

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Christian Tangermann (ca. 1760 - 1830),
Zeichner*in
Datierung
Herstellung: 1826
Weitere Titel
Sammlungstitel: Fräulein von Schütz, Brustbild nach links
Sammlung von Bildniszeichnungen / Berliner Persönlichkeiten
Provenienz
Nachlass/Vermächtnis: Nachlass Christian Tangermann,
ab 1830
Antiquariat Fritz Tannert,
September 1934
Kauf: Nationalgalerie, Sammlung der Zeichnungen,
September 1934 bis 1992
Nationalgalerie, Sammlung der Zeichnungen,
bis 1992
Abmessungen
Blattmaß: 31,7 x 23,5 cm
Erwerbung
Im September 1934 angekauft im Antiquariat Fritz Tannert, Berlin.

Letzte Aktualisierung: 22.05.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Der Teufel sät Unkraut (Matt. XIII, 25)

Der Teufel sät Unkraut (Matt. XIII, 25)

Nach dem Verlorenen Sohn ist der Teufel, der, während die Landarbeiter schlafen, Unkraut zwischen den Weizen sät, wohl das um 1600 am häufigsten dargestellte Gleichnis Jesu. De Gheyn zeigt sich in der Weise, wie die ganze Landschaft von einer Spannung ergriffen wird, die in der Hauptfigur kulminiert, als einer der führenden Manieristen. Obwohl Studienzeichnungen erhalten sind, in denen das Modell dem links am Baum Schlafenden ähnelt, wird jede Naturwahrheit zugunsten des Ausdrucks zurückgestellt. Von dem in Bewegungsrichtung des feindlichen Sämannes abschüssigen Feld über die bizarren Kopfweiden bis zu den Pilzen, die vorn ganz unwahrscheinlich auf dem frisch gepflügten Acker sprießen, kündigt sich Unheil an, das nicht nur durch den Teufel versinnbildlicht wird, sondern auch in den Hexenreitern am brodelnden Himmel, mit denen der Zeichner weit über den Bibeltext hinausgreift. Im scharfen Gegensatz dazu stehen rechts die idyllisch schlafende Gruppe und links die ruhigen Tiere, die schweren Säcke mit dem Saatgut und der nach dem reichlichen Mittagsmahl ruhende Arbeiter. In diesen Themen ist de Gheyn auf der Höhe der Zeit; auch andere Künstler wie vor allem A. Bloemaert zeichnen in diesen Jahren das bäuerliche Leben, wobei der Ton immer auf Muße und Verfall liegt. Die biblische Geschichte gibt de Gheyn die Möglichkeit, dies mit Zügen seiner Hexensabbat-Darstellungen zu verbinden, mit denen er Salvator Rosa vorangeht.Text: Gero Seelig in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 190, Kat. IV.31 (mit weiterer Literatur)