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Die Flucht des Königs vor dem Einhorn

Ident. Nr.: 378-301

ObjID: obj:2799472

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Jean Duvet (1485–1561),
Stecher*in
Datierung
Herstellung: um 1555
Material / Technik
Kupferstich
Abmessungen
Blattmaß: 23,9 x 40,0 cm
Erwerbung
Alter Bestand, erworben vor 1877

Objektbeschreibung

Der Goldschmied und Kupferstecher Jean Duvet, der für den burgundischen Hof tätig war, schuf eine Folge von sechs Platten, deren zentrales Motiv jeweils ein Einhorn darstellt. Den Abschluss bildet der triumphale Einzug des Einhorns in den Himmel, geleitet von Jungfrauen und Engeln. Für die ehrgeizige, fast schon expressive Komposition konnte bislang keine Textquelle nachgewiesen werden, auf die diese Szene mit Jägern, Reitern, gestürzten, verwundeten Männern und Hunden zurückzuführen wäre. Der Stich mit seiner Fülle an Motiven und Figuren ist mit skizzenhaften, fast zeichnerischen Linien ausgeführt. Eine Ausnahme bildet das sorgfältig gestochene Einhorn, das hier Wildheit und unbesiegbare Stärke verkörpert, die nur durch eine Jungfrau bezwungen werden können.

Letzte Aktualisierung: 16.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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Egger hat die sehr rasch ausgeführte Federzeichnung (folio 51 r.) »eines der wertvollsten Dokumente für die Topographie des vatikanischen Gebietes in der ersten Hälfte des XVI. Jahrhunderts« genannt. Der von einem Ausläufer des Gianicolo nach Norden schauende Zeichner hatte die gesamte Anlage von St. Peter vor sich, zur Linken den nach »Luthers großem ›Halt!‹« (Heine) liegengebliebenen Neubau, dessen Bögen die Dimensionen antiker Ruinen erreichen, in der Mitte den von der Sixtinischen Kapelle überragten Rest des Langhauses der konstantinischen Basilika mit seiner mosaikgeschmückten Fassade sowie den das Atrium umgebenden Gebäuden. Letztere wenden sich rechts mit Campanile und der Benediktionsloggia Bramantes zum Petersplatz, während darüber die von Raffael ausgemalten Loggien nach Nordosten blicken. Dorthin führt auch der an einer Stelle eingestürzte Korridor, der den bei der Kirche gelegenen Palast mit dem Belvedere auf dem Mons Vaticanus verbindet. Im Vordergrund sind kleinere Gebäude und Baumgruppen mit wenigen Federstrichen angedeutet.Der Zeichner, obwohl zur Generation der Manieristen gehörend, setzt die Gegebenheiten mit nüchterner Präzision und Klarheit auf das Papier, die es möglich machten, an seinen Zeichnungen Messungen in Hinblick auf die heute verschwundenen Gebäude durchzuführen. Bemerkenswert ist die im Bereich des Neubaus deutlich größere Detailfreudigkeit, die damit übereinstimmt, daß sich auch von den übrigen St.Peter-Zeichnungen in den Skizzenbüchern des Maarten van Heemskerck die meisten mit der Baustelle beschäftigen.Text: Gero Seelig in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 179f., Kat. IV.18 (mit weiterer Literatur)