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Die Heilige Martha und der Drache

Ident. Nr.: 203-1890

ObjID: obj:2799482

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Allaert Claesz. (1508 - nach 1555),
Stecher*in
Datierung
Herstellung: 1553
Weitere Titel
Sammlungstitel: Die Heilige Martha und der Drache
Allgeorische Szene: Eine nackte Königin sitzt auf einem Thron und hält ein Zepter, vor ihr ein Drache (Basilisk?)
Material / Technik
Kupferstich
Abmessungen
Durchmesser: 23,6 cm
Erwerbung
am 16.9.1890 bei H. G. Gutekunst Stuttgart angekauft

Objektbeschreibung

Diese rätselhafte Szene wurde noch nicht abschließend gedeutet: Eine mit Lorbeer bekränzte nackte Königin sitzt auf einem Thron in einem Palasthof. In ihrer Linken hält sie ein Zepter, vielleicht in abwehrender Geste. Vor ihr steht ein geflügelter Drache mit mächtigen Krallen, gespaltener Zunge und langem, gewundenem Schwanz. Die Krone auf seinem Kopf könnte ihn als Basilisken ausweisen, den König der Schlangen (zu denen Drachen gezählt wurden). Sein Atem galt als tödlich, sein Blick, der nur von einem Spiegel gebannt werden konnte, ließ alles versteinern. Gegen diese Deutung spricht, dass die Frau gerade nicht versteinert. Sie wird auch als Heilige Martha gelesen, die einen menschenfressenden Drachen – im Hintergrund entführt er eine Frau – mit Weihwasser besiegte.

Letzte Aktualisierung: 16.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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Egger hat die sehr rasch ausgeführte Federzeichnung (folio 51 r.) »eines der wertvollsten Dokumente für die Topographie des vatikanischen Gebietes in der ersten Hälfte des XVI. Jahrhunderts« genannt. Der von einem Ausläufer des Gianicolo nach Norden schauende Zeichner hatte die gesamte Anlage von St. Peter vor sich, zur Linken den nach »Luthers großem ›Halt!‹« (Heine) liegengebliebenen Neubau, dessen Bögen die Dimensionen antiker Ruinen erreichen, in der Mitte den von der Sixtinischen Kapelle überragten Rest des Langhauses der konstantinischen Basilika mit seiner mosaikgeschmückten Fassade sowie den das Atrium umgebenden Gebäuden. Letztere wenden sich rechts mit Campanile und der Benediktionsloggia Bramantes zum Petersplatz, während darüber die von Raffael ausgemalten Loggien nach Nordosten blicken. Dorthin führt auch der an einer Stelle eingestürzte Korridor, der den bei der Kirche gelegenen Palast mit dem Belvedere auf dem Mons Vaticanus verbindet. Im Vordergrund sind kleinere Gebäude und Baumgruppen mit wenigen Federstrichen angedeutet.Der Zeichner, obwohl zur Generation der Manieristen gehörend, setzt die Gegebenheiten mit nüchterner Präzision und Klarheit auf das Papier, die es möglich machten, an seinen Zeichnungen Messungen in Hinblick auf die heute verschwundenen Gebäude durchzuführen. Bemerkenswert ist die im Bereich des Neubaus deutlich größere Detailfreudigkeit, die damit übereinstimmt, daß sich auch von den übrigen St.Peter-Zeichnungen in den Skizzenbüchern des Maarten van Heemskerck die meisten mit der Baustelle beschäftigen.Text: Gero Seelig in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 179f., Kat. IV.18 (mit weiterer Literatur)