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Ornamentfries mit zwei Putti und Kentaur

Ident. Nr.: 389-18

ObjID: obj:2800410

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Giulio Bonasone (um 1500/1510 - nach 1574),
Stecher*in
Entwurf: Parmigianino (Francesco Mazzola) (1503 - 1540),
Zeichner*in
Ausführung: Antonio Salamanca (um 1479-1562),
Verleger*in
Material / Technik
Kupferstich, Radierung
Abmessungen
Blattmaß: 17,4 x 30,8 cm

Objektbeschreibung

Beide Blätter entstanden nach Zeichnungen (1524–1527) von Parmigianino, die sich heute im Louvre (Paris) und in der Royal Collection (Windsor) befinden. Die gezeichneten Vorlagen gehen wiederum auf eine Fassadendekoration von Baldassare Peruzzi zurück. Im Zentrum steht jeweils ein Zentaur, ein Mischwesen aus Pferd (hier eher Löwe) und Mensch, der eine geflügelt, der andere mit Tatzen, die aus Blättern gebildet sind. Beide sind umgeben von geflügelten Genien und verwachsen mit Akanthusranken zu einem Ornament, der bevorzugten Gattung für freie, fantasievolle Gestaltungen. Zentauren galten in der antiken Mythologie als unbeherrscht und lüstern, sie verkörperten die instinkthafte, ungezähmte Seite des Menschen. Nur der Zentaur Cheiron galt als weise, gütig und der Heilkunst mächtig.

Letzte Aktualisierung: 16.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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Egger hat die sehr rasch ausgeführte Federzeichnung (folio 51 r.) »eines der wertvollsten Dokumente für die Topographie des vatikanischen Gebietes in der ersten Hälfte des XVI. Jahrhunderts« genannt. Der von einem Ausläufer des Gianicolo nach Norden schauende Zeichner hatte die gesamte Anlage von St. Peter vor sich, zur Linken den nach »Luthers großem ›Halt!‹« (Heine) liegengebliebenen Neubau, dessen Bögen die Dimensionen antiker Ruinen erreichen, in der Mitte den von der Sixtinischen Kapelle überragten Rest des Langhauses der konstantinischen Basilika mit seiner mosaikgeschmückten Fassade sowie den das Atrium umgebenden Gebäuden. Letztere wenden sich rechts mit Campanile und der Benediktionsloggia Bramantes zum Petersplatz, während darüber die von Raffael ausgemalten Loggien nach Nordosten blicken. Dorthin führt auch der an einer Stelle eingestürzte Korridor, der den bei der Kirche gelegenen Palast mit dem Belvedere auf dem Mons Vaticanus verbindet. Im Vordergrund sind kleinere Gebäude und Baumgruppen mit wenigen Federstrichen angedeutet.Der Zeichner, obwohl zur Generation der Manieristen gehörend, setzt die Gegebenheiten mit nüchterner Präzision und Klarheit auf das Papier, die es möglich machten, an seinen Zeichnungen Messungen in Hinblick auf die heute verschwundenen Gebäude durchzuführen. Bemerkenswert ist die im Bereich des Neubaus deutlich größere Detailfreudigkeit, die damit übereinstimmt, daß sich auch von den übrigen St.Peter-Zeichnungen in den Skizzenbüchern des Maarten van Heemskerck die meisten mit der Baustelle beschäftigen.Text: Gero Seelig in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 179f., Kat. IV.18 (mit weiterer Literatur)