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Ident. Nr.: N (7 S) 29/2021,b

ObjID: obj:2859378

Details (Expert)

Beteiligte
Caterina Meloni ,
Künstler*in
Datierung
2021
Geografische Bezüge
Abmessungen
Länge x Breite: max. 30 x 18 cm

Objektbeschreibung

Angefangener Korbboden aus Stroh und Binse in Wulstwickeltechnik. In der Mitte ein Loch, um das sich spiralförmig die Wülste anordnen. Am Ende lange Strohhalme, die noch verflochten werden müssen.

Der Korbanfang wurde von der Flechterin Caterina Meloni in Sinnai, Sardinien, Italien geflochten. Sie begann 2003 zu flechten, erst als Hobby, ab 2012 dann als Beruf.
Sie erlernte das Herstellen des Korbbodens (Sardisch: su girieddu) sowie das Dekorieren der Körbe mit buntem Filz (Sardisch: su scralatu). Bereits ihre Großmutter hatte in dieser Art geflochten.
Diese Art von Korb nennt man Crobbeda. Traditionell sind die Dekorationen rot, jedoch wendet die Flechterin zeitgenössische Motive und Farben an. Körbe mit circa 60/70 cm Durchmesser (sa crobi manna -  der Größere) wurden genutzt um Brot oder Früchte, Mehl und Pasta aufzubewahren.
Heute werden die Körbe hauptsächlich verschenkt (zunehmend wieder bei Kommunionen, Hochzeiten), als Dekoration genutzt sowie von Tourist*innen als Souvenir gekauft.

Die Körbe bestehen aus Stechbinse (Juncus Acutus), das in Sumpfgebieten wächst. Die Halme müssen rausgerissen statt abgeschnitten werden, sonst geht die Pflanze ein. Die Ernte findet zwischen Mai und Juni entlang von Flüssen, Seen und dem Meer statt, vor allem um Elmas und Assemini sowie um Muravera und San Vito. Man erntet die grünen Zweige, an denen eine Blume ist, da diese Zweige die stabilsten sind. Sie sind grün und trocknen anschließend in der Sonne, bis sie gelb sind. Dies dauert bei einer Ernte im Juni bis September. Das Stroh ist Hartweizenstroh der Sorte Granbo Capelli, da dieses einen langen Halm hat, gleichzeitig dünn, flexible und glänzend ist. Ausgesät wird im Dezember, geerntet wird meist Mitte Juli von Hand mit einer Sense. Wenn man dickere Halme möchte, muss man beim Aussäen mehr Platz lassen zwischen den Körnern. Dies braucht man um Körbe, die strexiu grussu, z.B. canisteddu, crobi manna zu flechten. Körbe aus dünneren Halmen nennt man strexiu fini, z.B. sa pallinedda, Kleine crobedda oder su coffinu.

Zum Arbeitsablauf: An manchen Tagen reinigt und teilt die Flechterin die Stechbinse und das Weizenstroh. Dies kann einige Stunden in Anspruch nehmen. Erst dann kann das Flechten beginnen. In ihrem Haus hat sie dafür eine kleine Werkstatt eingerichtet.
Das Stroh bildet den Wulst und gewickelt wird mit geteilter Binse. Mit dem Werkzeug, einer Ahle, wird ein Zwischenraum zwischen den einzelnen Strohsträngen gebildet, durch die dann der Binse-Strang ähnlich einem Faden geschoben wird. Der Wollfaden, aus dem die Dekoration ist, wird “Scarlet” genannt, wenn es ein roter Faden ist.

Die Körbe aus Sinnai sind besonders, da sie sehr fein mit Stechbinse und Stroh geflochten sind sowie reich dekoriert sind (su strexiu fini). Körbe für den Alltag hatten wenig Dekoration.
Körbe mit schwarzer Dekoration wurden meist zu Trauerzeiten verwendet, zum Beispiel um den Hinterbliebenen Essen zu bringen. Körbe mit roter Dekoration hingegen wurden für freudige Anlässe verwendet, zum Beispiel Hochzeiten. Dieser Korb hat als Dekoration u.a. zwei Kiebitze, da diese Vögel typisch sind für Sardinien und als Fruchtbarkeitssymbol gelten.
Die Flechterin restauriert auch alte Körbe. Laut ihr gibt es nur noch wenig junge Leute, die das Flechten beherrschen. Viele der älteren Generation flechten nicht mehr oder sind bereits verstorben, so dass ihr Spezialwissen nicht mehr weitergegeben wird.

Laut der Flechterin dauerte die Herstellung eines Korbs einen Monat, die Vorbereitung des Materials eine Woche.

Letzte Aktualisierung: 10.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Museum Europäischer Kulturen

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Anna Valtermayrin von Sollach wurde von zweyen Lauffenten Pferdten hinwech geworffen, Und Maria ihre Tochter von einen hoch-geladnen fueder herunder gestosßen. Weillen sie nun in so augensheinliher Leebens, gefahr imerdar zu Mariam nach Hehenkirchen Umb hilff gerueffen, seint sie bayde durch die mechtige vorbitt Mariä recht wunderbahrlich beym Leeben Und gesundheit erhalten worden. gott und Mariä sey eviger Danckgesagt, anno 1754.

Anna Valtermayrin von Sollach wurde von zweyen Lauffenten Pferdten hinwech geworffen, Und Maria ihre Tochter von einen hoch-geladnen fueder herunder gestosßen. Weillen sie nun in so augensheinliher Leebens, gefahr imerdar zu Mariam nach Hehenkirchen Umb hilff gerueffen, seint sie bayde durch die mechtige vorbitt Mariä recht wunderbahrlich beym Leeben Und gesundheit erhalten worden. gott und Mariä sey eviger Danckgesagt, anno 1754.

Querformat. Rechts oben rotgesäumtes Lichtloch, auf Wolkenkissen stehend Mutter Gottes, auf der Rechten das Kind, auf der Linken Traube. Von ihr je ein Strahl zu den beiden Verunglückten. Im Hintergrund Baumgruppen, beiderseits eine Kapelle. Im Mittelpunkt ein gezäunter Weg. Auf diesem hält eine Karosse mit zwei Schimmeln und Kutscher, die beiden Fahrgäste als Zuschauer am Zaun. Im Vordergrund Grasfuder mit zwei durchgehenden Pferden. Vom Wagen stürzt ein Mädchen, neben den Pferden liegt eine Frau. Rechts vom Wagen der aufstakende Bauer. Unter der Darstellung breites Schriftband, weiß, beiderseits rot endend: "Anna Valtermayrin von Sollach wurde von zweyen Lauffenten Pferdten hinwech geworffen, Und Maria ihre Tochter von einen hoch-geladnen fueder herunder gestosßen. Weillen sie nun in so augensheinliher Leebens, gefahr imerdar zu Mariam nach Hehenkirchen Umb hilff gerueffen, seint sie bayde durch die mechtige vorbitt Mariä recht wunderbahrlich beym Leeben Und gesundheit erhalten worden. gott und Mariä sey eviger Danckgesagt, anno 1754."

Anno 1818. Seynd wir durch die Vorbitt der Gnaden Mutter in der Steinfelsen von der Augenscheinlichen Todesgefahr, die zu Mamminger Isar Prüken erfolgten stürzung, getrohet hat, gerettet worten. Zur danksagung hat dise Dafel Simann Gigisreiter 1/4 bauer in buebach, und desen Eweib Maria Anna geopfert!

Anno 1818. Seynd wir durch die Vorbitt der Gnaden Mutter in der Steinfelsen von der Augenscheinlichen Todesgefahr, die zu Mamminger Isar Prüken erfolgten stürzung, getrohet hat, gerettet worten. Zur danksagung hat dise Dafel Simann Gigisreiter 1/4 bauer in buebach, und desen Eweib Maria Anna geopfert!

Querformat. Oben in der Mitte auf Wolkenkissen Maria Hilf. Dunkler Himmel, im Hintergrund Bäume. Im Vordergrund ein Fluss, links geschwungener Holzsteg, aus dem ein Stück fehlt. Im Fluss schwimmend Fuder mit zwei Pferden bespannt, Frau, Mann auf Holzstück und Kind, sich an einem Brückenpfahl haltend. Rechts am Ufer festgemacht, wohl Schiffsmühle. Unter der Darstellung Schriftband: Anno 1818. Seynd wir durch die Vorbitt der Gnaden Mutter in der Steinfelsen von der Augenscheinlichen Todesgefahr, die zu Mamminger Isar Prüken erfolgten stürzung, getrohet hat, gerettet worten. Zur danksagung hat dise Dafel Simann Gigisreiter 1/4 bauer in buebach, und desen Eweib Maria Anna geopfert!Durch die untere Häfte dieses Votivbildes schimmert ein Älteres durch. Man erkennt vor einem großen Hause einen bespannten Wagen mit zwei Männern. Am rechten Rand: 1786 EXVOTO (?)Die Votivtafel wurde im August 1968 in Gemäldegalerie gerönt und infrarot aufgenommen. Wagen von links mit 2 Pferden und Reiter stößt gegen den mit 4 Pferden bespannten Heuwagen. (?) Reiter des Sattelpferdes blickt zurück zu einem Mann, der vor die Hinterräder gefallen ist. Auf Hausgiebel kleine stehende Muttergottes. Druch die Aufnahme die Lesung der Inschrift bestätigt.