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Schreibschrank in Form eines Kabinettschrankes

Ident. Nr.: 1941,30

ObjID: obj:2879402

Details (Expert)

Datierung
17. Jahrhundert
Geografische Bezüge
Entstehungsort stilistisch: Braunschweig
Material / Technik
Holz, Intarsien, Elfenbein

Objektbeschreibung

Schreibschrank. Ein aus Kabinettschrank, Schreibfach und Untersatz bestehender Aufbau ruht auf 6 gewundenen Säulen und Kugelfüßen. Im Unterbau rechts und links je drei mit verkröpften Profilen umrahmte Schubladen, in der Mitte ein Schrankfach. Die vorspringende Schreibplatte durch zwei rechtwinklige Klappen verschlossen. Hinter dem durch einen Mizttelpfosten mit Schloß abgesetzten Türen des Oberbaus ein rings von Schubladen umgebenes Fach. Auf den größeren Flächen der Vorderseite mit farbigen Hölzern und Elfenbein intarsierte Ranken, Blüten und Papageien. Auf den Türen des Oberbaues und der Innenseite eines ... mit Ranken verzierten Schlosses ein von einem Fürstenhut bekröntes A. Auf dem Schloß die Jahreszahl 1645.

Auf der Fotokartei, die das Schloss mit der Datierung zeigt, ist vermerkt: Fälschung
Der Schrank ist seit dem II. Weltkrieg verschollen.
MAKR

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa