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Antikisierende Keramikmalerin mit Putto ["Die Porzellanmalerei"]

Ident. Nr.: 1907,120

ObjID: obj:2890382

Details (Expert)

Beteiligte
Entwurf: Charles-Martial Baury (03.08.1827–1879)
Datierung
Ausführung: 1875
Weitere Titel
Sammlungstitel: Antikisierende Keramikmalerin mit Putto ["Die Porzellanmalerei"]
"Die Porzellanmalerei"
Geografische Bezüge
faktischer Entstehungsort: Paris
Material / Technik
Biskuitporzellan, bemalt
Abmessungen
Höhe: 17,5 cm
Länge x Breite: 26 x 18,5 cm (Plinthe)

Objektbeschreibung

Figurengruppe aus bemaltem Biskuitporzellan auf ovaler Plinthe: Eine junge Frau in antikisierender Kleidung sitzt leger auf einem antikisierenden Stuhl mit ausgestellten Beinen. Mit der Rechten hält sie eine halb fertig bemalte Vase auf dem rechten Knie. Die Malutensilien befinden sich auf einem Hocker vor ihr. Zwischen ihren Beinen lehnt ein Putto, der mit der Rechten auf die Vase weist und mit der Linken zärtlich an ihr Kinn fasst. Sie neigt ihren Kopf liebevoll zu dem Kind hinab und stützt sich mit dem angewinkelten linken Arm auf die Rückenlehne des Stuhls. Das Gewand der Malerin besteht aus einem langen Untergewand mit kurzen geschlitzten Ärmeln aus dünnem, geblümtem Stoff und darüber einem "Himation". Dieses Übergewand ist vorne kürzer als hinten und weist ein Rosettenmuster und eine breite Mäanderborte auf. Auch der Rand der Plinthe ist mit einem Mäanderornament bemalt. Die Frisur der Frau mit den Goldbändern orientiert sich ebenfalls an antiken Vorbildern. // Die Figurengruppe reflektiert die damalige Begeisterung für die kleinformatigen antiken Tonfiguren, die etwa zeitgleich zur Entstehung der Porzellangruppe, 1870/75, im griechischen Ort Tanagra in Böotien ausgegraben worden waren. // ClKa

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa