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Ident. Nr.: N (9 M) 55/2022

ObjID: obj:2959416

Details (Expert)

Datierung
2022
Geografische Bezüge
Material / Technik
Haselnussholz, geschält, geschnitzt
Abmessungen
Länge x Breite: 99 x 13 cm (Griff)

Objektbeschreibung

T-förmiger Spazierstock aus ungeschältem Holz. Am Stock sind Spuren von entfernten Verästelungen zu sehen. Griff und Stock sind aus einem Stück bzw. einer Astgabelung. Beide Enden des Griffs sind am Rand jeweils leicht beschnitzt, um sie zu glätten.

Der Spazierstock ist ein „Beiprodukt" einer Nieheimer Flechthecke. In Nieheim in Nordrhein-Westfalen wurden über Jahrhunderte sehr stabile Hecken aus lebenden Haselruten mit dünnen Weidenruten verknotet und verflochten. Ulrich Pieper, Vorsitzender des Nieheim e.V. -  AK Nieheimer Flechthecken schrieb dazu: „Dabei ist die Technik des Knotens besonders wichtig: Ein etwa finderdicker Weidenzweig wird mit dem dicken Ende durch das zu bindende Astwerk gesteckt. Die weiche Spitze wird zu einer Schlaufe geformt, das stabilere Ende über die Haselnusszweige gebogen. Beide Enden des Weidenzweiges werden mit den linken Hand fixiert. Mit der rechten Hand wir der überstehende Rest fast wie eine Kordel gedreht, bevor er mehrmals um die zuerst geformte Schlaufe geschlungen und festgesteckt wird. Es gibt kaum schriftliche Anleitungen für die Ausführung dieser Arbeiten." (Ulrich Pieper: Nieheimer Flechthecke - immaterielles Kulturerbe der UNESCO. In: Kreis Höxter Jahrbuch 2020, S. 231).

Solche natürlich gewachsenen Weidenzäune sind nachhaltig. Bis zu 1,50 m hoch und mit viel Laub bewachsen bieten sie Tieren auf der Weide Schatten. Die Nüsse und das Laub der Hecken sind Futtermittel. Zudem dienen die dichten Hecken als Nistplätze für Vögel, Igel, Mäuse, Insekten sowie andere Tiere und tragen so zur Biodiversität bei.

Seit 2018 ist das Wissen darum, wie man diese Hecken baut, als Immaterielles Kulturerbe im Bundesverzeichnis der Deutschen UNESCO-Kommission anerkannt. Für die Ausstellung „ALL HANDS ON: Flechten" (ab 2022 im MEK) fertigte der Heimatverein Nieheim e.V. -  AK Nieheimer Flechthecken als Leihgabe das Modell einer solchen Flechthecke. Im Zuge dessen schenkte der Verein dem MEK den Spazierstock, der einer Flechthecke entstammt. Die Flechthecken müssen regelmäßig beschnitten und ausgedünnt werden. Dabei ergeben sich solche Holzstücke, die in der Form eines Spazierstocks gewachsen sind.

Letzte Aktualisierung: 29.06.2026

Kontakt

Einrichtung:

Museum Europäischer Kulturen

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Anna Valtermayrin von Sollach wurde von zweyen Lauffenten Pferdten hinwech geworffen, Und Maria ihre Tochter von einen hoch-geladnen fueder herunder gestosßen. Weillen sie nun in so augensheinliher Leebens, gefahr imerdar zu Mariam nach Hehenkirchen Umb hilff gerueffen, seint sie bayde durch die mechtige vorbitt Mariä recht wunderbahrlich beym Leeben Und gesundheit erhalten worden. gott und Mariä sey eviger Danckgesagt, anno 1754.

Anna Valtermayrin von Sollach wurde von zweyen Lauffenten Pferdten hinwech geworffen, Und Maria ihre Tochter von einen hoch-geladnen fueder herunder gestosßen. Weillen sie nun in so augensheinliher Leebens, gefahr imerdar zu Mariam nach Hehenkirchen Umb hilff gerueffen, seint sie bayde durch die mechtige vorbitt Mariä recht wunderbahrlich beym Leeben Und gesundheit erhalten worden. gott und Mariä sey eviger Danckgesagt, anno 1754.

Querformat. Rechts oben rotgesäumtes Lichtloch, auf Wolkenkissen stehend Mutter Gottes, auf der Rechten das Kind, auf der Linken Traube. Von ihr je ein Strahl zu den beiden Verunglückten. Im Hintergrund Baumgruppen, beiderseits eine Kapelle. Im Mittelpunkt ein gezäunter Weg. Auf diesem hält eine Karosse mit zwei Schimmeln und Kutscher, die beiden Fahrgäste als Zuschauer am Zaun. Im Vordergrund Grasfuder mit zwei durchgehenden Pferden. Vom Wagen stürzt ein Mädchen, neben den Pferden liegt eine Frau. Rechts vom Wagen der aufstakende Bauer. Unter der Darstellung breites Schriftband, weiß, beiderseits rot endend: "Anna Valtermayrin von Sollach wurde von zweyen Lauffenten Pferdten hinwech geworffen, Und Maria ihre Tochter von einen hoch-geladnen fueder herunder gestosßen. Weillen sie nun in so augensheinliher Leebens, gefahr imerdar zu Mariam nach Hehenkirchen Umb hilff gerueffen, seint sie bayde durch die mechtige vorbitt Mariä recht wunderbahrlich beym Leeben Und gesundheit erhalten worden. gott und Mariä sey eviger Danckgesagt, anno 1754."

Anno 1818. Seynd wir durch die Vorbitt der Gnaden Mutter in der Steinfelsen von der Augenscheinlichen Todesgefahr, die zu Mamminger Isar Prüken erfolgten stürzung, getrohet hat, gerettet worten. Zur danksagung hat dise Dafel Simann Gigisreiter 1/4 bauer in buebach, und desen Eweib Maria Anna geopfert!

Anno 1818. Seynd wir durch die Vorbitt der Gnaden Mutter in der Steinfelsen von der Augenscheinlichen Todesgefahr, die zu Mamminger Isar Prüken erfolgten stürzung, getrohet hat, gerettet worten. Zur danksagung hat dise Dafel Simann Gigisreiter 1/4 bauer in buebach, und desen Eweib Maria Anna geopfert!

Querformat. Oben in der Mitte auf Wolkenkissen Maria Hilf. Dunkler Himmel, im Hintergrund Bäume. Im Vordergrund ein Fluss, links geschwungener Holzsteg, aus dem ein Stück fehlt. Im Fluss schwimmend Fuder mit zwei Pferden bespannt, Frau, Mann auf Holzstück und Kind, sich an einem Brückenpfahl haltend. Rechts am Ufer festgemacht, wohl Schiffsmühle. Unter der Darstellung Schriftband: Anno 1818. Seynd wir durch die Vorbitt der Gnaden Mutter in der Steinfelsen von der Augenscheinlichen Todesgefahr, die zu Mamminger Isar Prüken erfolgten stürzung, getrohet hat, gerettet worten. Zur danksagung hat dise Dafel Simann Gigisreiter 1/4 bauer in buebach, und desen Eweib Maria Anna geopfert!Durch die untere Häfte dieses Votivbildes schimmert ein Älteres durch. Man erkennt vor einem großen Hause einen bespannten Wagen mit zwei Männern. Am rechten Rand: 1786 EXVOTO (?)Die Votivtafel wurde im August 1968 in Gemäldegalerie gerönt und infrarot aufgenommen. Wagen von links mit 2 Pferden und Reiter stößt gegen den mit 4 Pferden bespannten Heuwagen. (?) Reiter des Sattelpferdes blickt zurück zu einem Mann, der vor die Hinterräder gefallen ist. Auf Hausgiebel kleine stehende Muttergottes. Druch die Aufnahme die Lesung der Inschrift bestätigt.