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Bowlengefäß in Form einer Bischofsmütze

Ident. Nr.: 1927,37

ObjID: obj:2987455

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Fayencemanufaktur Stralsund (1755 - 1789(92))
Datierung
Ausführung: 1767/70
Geografische Bezüge
faktischer Entstehungsort: Stralsund
Material / Technik
Fayence mit Inglasurmalerei
Abmessungen
Höhe: 38 cm
Durchmesser: 25 cm

Objektbeschreibung

Runde Bowle mit Deckel in Form einer Bischofsmitra mit plastischem Kreuz als Deckelknauf. Reliefbordüre an den Rändern des Deckels in Nachahmung von farbigen Edelsteinen. Auf der Wandung polychrome Blumensträuße (sog. "teutsche Blumen"), auf dem Deckel Streublumendekor. Farbklang in Blau, Gelb, Manganviolett und Grün. Die Marke "2" ist eine Größenangabe. Eine Stralsunder Manufakturmarke fehlt, jedoch gilt die Zuschreibung aufgrund der Blumenmalerei als gesichert. Bowlengefäße in Form von Bischofsmützen sind eine Besonderheit der Fayencemanufakturen der Ostseeregion. Die frühesten derartigen Bowlengefäße sind aus der 1722 gegründeten Kopenhagener Manufaktur Store Kongensgade bekannt und entstanden vermutlich im Zusammenhang mit der Kopenhagener "Papstgesellschaft". Dies war wiederum ein privater Verein, dessen Mitglieder bei Trinkrunden u.a. die Riten und Hierarchien der katholischen Kirche persiflierten. Im Ostseeraum existierte auch ein "Bischof" genannter Würzwein aus Rotwein, Zucker, Zitronen- und Pomeranzensaft. // Lit.: Kat. "Fayencen aus dem Ostseeraum", bearb. Claudia Kanowski, Schleswig 2003, S. 200, Kat. Nr. 75; Kat. "Stralsunder Fayencen. 1755-1792", bearb. von Gesine Schulz-Berlekamp, Berlin 1991, S. 89, Kat. Nr. 71 // ClKa

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Walzenkrug mit silbervergoldeter Montierung

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Humpen aus dickwandigem, farblosem, etwas graustichigem Glas, die Bodenkugel ist von einer tiefgeschnittenen Blütenrosette gerahmt, auf eine runde Platte mit Standring gesetzt, nicht gestaucht, der Standring mit feiner Montierung aus vergoldetem Silber, die Kantenverzierung aus erhabenen Jakobsmuscheln, angesetzter Ohrenhenkel, der an einer Manschette die Deckelmontierung hält, die aus Spangen und einem naturalistisch geformten Adler als Bekrönung gebildet wird. Der Ansatz des walzenförmigen Humpens ist mit einem versenkten und mattierten Spitzblattdekor verziert. Die Wandung zeigt umlaufend große Blüten- und Früchtefestons mit vereinzelten fliegenden Vögeln und Insekten, den verwärmten Mündungsrand schmückt ein Bogenfries in Schälfschliff. Der Deckel ist ebenfalls aus Glas geformt, gerahmt von einer getreppten Montierung in Anlehnung an den Fuß. Auf dem Deckel findet sich das bekrönte, großformatige Monogramm FR für Fridericus Rex zwischen gekreuzten Palmzweigen. Die Wandung hat einen durchgehenden Sprung gegenüber des Henkels. Da außer einem Tremolierstrich keine Punzen vorhanden sind, lässt sich kein Goldschmied zuordnen. Sehr wahrscheinlich datiert dieser repräsentative Walzenkrug in die Regierungszeit König Friedrichs I., in die Jahre 1701 bis 1713. Die hängenden Frucht- und Blumenbündel waren ein wiederkehrendes Motiv der Werkstatt von Martin Winter (um 1640–1702), die nach seinem Tod von seinem Neffen Gottfried Spiller (um 1663–1728) weitergeführt wurde. Dieses Glas glorifiziert mit seinem Bildprogramm die neugewonnene Königswürde des Hauses Hohenzollern: das bekrönte Monogramm dominiert das Gefäß, wird flankiert von Palmzweigen, Symbol für Sieg, Triumph, Frieden und ewiges Leben; Früchte und Blumen stehen für Wohlstand und Fruchtbarkeit, der imposante Adler des königlichen Hausordens wirkt, als ob er jeden Moment in die Lüfte steigt. [Verena Wasmuth]MAKR