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Große Kanne aus einem Déjeuner mit Szenen zu Orpheus und Eurydike: Orpheus dreht sich nach Eurydike um

Ident. Nr.: W-1990,28 b (1,2)

ObjID: obj:2995626

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Wiener Porzellanmanufaktur (1718–1864)
zugeschrieben: Sigmund Ferdinand von Perger (1778–1841)
Komposition: Anton Schaller (1773–1844)
Datierung
Ausführung: 1802
Geografische Bezüge
faktischer Entstehungsort: Wien
Abmessungen
Höhe: 14 cm (mit Deckel)
Höhe: 12,5 cm (ohne Deckel)

Objektbeschreibung

Zylindrischer, glattwandiger Korpus, getreppter Hals, flacher Deckel mit kleinem Scheibenknauf, spitze Schnaupe, eckiger Henkel. Großflächige, feine Porzellanmalerei wohl von Sigmund Ferdinand von Perger mit Darstellung von Orpheus, der sich nach Eurydike umdreht und sie dadurch verliert, nach einer Bildkomposition von Anton Schaller. Die figürliche Malerei ist von einer mit zartem Reliefgoldekor versehenen, achteckigen Bordüre eingerahmt. Der verbliebene Fond ist Zartrosa mit weiteren Reliefgoldranken, ebenso der Deckel. Im oberen Drittel des Korpus ist ein weißer Streifen ausgespart, der mit grünen Weinblättern, im Wechsel mit weiteren Goldornamenten verziert ist. Die Schnaupe ist weiß glasiert, mit goldenen Ranken.
// Lit.: Waltraud Neuwirth: Anton Schaller (1773-1844): Figuren- und Historienmaler der Wiener Porzellanmanufaktur, Wien (Selbstverlag Dr. Waltraud Neuwirth) 2020, S. 141
// ClKa

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa