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Jäger mit Hund und Jagdhorn aus einem Desserttafelaufsatz

Ident. Nr.: 1921,4 b

ObjID: obj:3000508

Details (Expert)

Beteiligte
Entwurf: Johann Wilhelm Lanz (1725 - nach 1764)
Datierung
Ausführung: um 1750/54
Geografische Bezüge
Entstehungsort stilistisch: Strassburg (i.E.)
Abmessungen
Höhe: 21,4 cm

Objektbeschreibung

Jäger mit braungeflecktem Hund und Jagdhorn. Manganviolett-grüne Schirmmütze, grüne Jacke und Weste, manganviolette Hose, weiße Gamaschen, schwarze Schuhe, schwarzer Gürtel, Jagdhorn gelb // Teil eines10teiligen Desserttafelaufsatzes, eine Wildschweinjagd darstellend, in Aufglasurfarben bemalt. Alle Figuren stehen auf flachen, grün bemalten Rasensockeln (sog. "Lebkuchensockel"). Dargestellt sind ein zielender Jäger, ein Jagdhorn blasender Treiber mit Hund, ein Keiler, von einem Jagdhund angegriffen, eine Bache und sechs Hunde. Der Modelleur Johann Wilhelm Lanz, der seit ca.1750 für die Straßburger Fayence- und Porzellanmanufaktur unter Paul Anton Hannong tätig war, hat auch nach seinem Wechsel nach Frankenthal ab 1755 Modelle für Jagdaufsätze geschaffen, teilweise griff er dabei direkt auf seine Straßburger Modelle zurück. // Lit.: Kat. Fayencen, Tjark Hausmann u.a., Berlin 1976, S. 120, Kat. Nr 113; Beaucamp-Markowsky: Frankenthaler Porzellan, Bd. 1, 2008, S. 100 (Hornbläser in Porzellan, Straßburg) und Kat. Nr. 17 (Wildschwein aus Porzellan, Frankenthal) // ClKa

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa