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Die Belagerung Papst Clemens' VII. im Castel Sant'Angelo, Tafel IV, in: Divi Caroli V. imperatoris optimi maximi Victoriae ex multis pracipuve, Antwerpen: Hieronymus Cock, 1563

Ident. Nr.: Sign. 1498 Blatt 4

ObjID: obj:3036582

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Dirck Volckertsz. Coornhert (1522),
Stecher*in
Maarten van Heemskerck (1498 - 1574),
Inventor*in
Hieronymus Cock (um 1510),
Herausgeber*in
Datierung
Herstellung: 1555
Herstellung: 1563
Weitere Titel
Sammlungstitel: Die Belagerung Papst Clemens' VII. im Castel Sant'Angelo, Tafel IV, in: Divi Caroli V. imperatoris optimi maximi Victoriae ex multis pracipuve, Antwerpen: Hieronymus Cock, 1563
Die Triumphe Kaiser Karls V.
Provenienz
Hans Albrecht von Derschau (1755-1824),
1780–1807
Rudolf Zacharias Becker (1752-1822) und Hans Albrecht Derschau (1755-1824),
1807–1822
Friedrich Gottlieb Becker (1792-1865),
1824–1844
Kauf: König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen (1795-1861),
1844
Material / Technik
Kupferstich, Radierung
Abmessungen
Plattenrand: 15,6 x 23,2 cm
Blattmaß: 24,5 x 26,9 cm

Objektbeschreibung

Die zwölfteilige Serie erschien bis 1640 in sieben Auflagen. Sie illustriert die politischen  Ambitionen Karls V., ein katholisches Reich unter einem Kaiser zu schaffen. Die Serie ist seinem Sohn Philipp II. gewidmet, spanischer König und ab 1555 Herrscher über die Niederlande. Während des Sacco di Roma 1527 war der Papst in die Engelsburg geflüchtet; auf die verheerenden Plünderungen Roms durch die kaiserlichen Truppen geht Van Heemskerck jedoch nicht ein.

Letzte Aktualisierung: 04.08.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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Der Abstieg zur Hölle, wo Christus nach dem Kreuzestod und vor der Auferstehung die Gerechten - angefangen von Adam und Eva bis hin zu Johannes dem Täufer - aus der Gewalt Satans befreite, wird im apokryphen Nikodemus-Evangelium erwähnt. Das Thema war im 15. Jahrhundert weit verbreitet. Mantegna könnte Anregungen von einem kleinen Bild seines Schwiegervaters Jacopo Bellini (Padua, Museo Civico) und von einem Bronzerelief Donatellos erhalten haben (Florenz, San Lorenzo). Unter den Zeichnungen des Kabinetts befindet sich noch eine exakte Wiederholung der Christusfigur, die auf einer um 1490/92 entstanden Gemäldeversion Mantegnas erscheint (KdZ 622; Kat. [Andrea Mantegna, London / New York 1992], Nr. 71, Farbabb.).Die Auseinandersetzung mit der Mantegna-Graphik ist von ständig wechselnden Zu- und Abschreibungen geprägt und in vielen Punkten noch klärungsbedürftig. Erst kürzlich wurden aus Anlaß der Londoner Ausstellung wieder zwei völlig divergierende Meinungen vertreten. Während Suzanne Boorsch vermutet, das gesamte Œuvre sei nur unter der Aufsicht des Meisters entstanden (ebd., S. 56ff.), verzeichnet der von David Landau erstellte Katalog sieben eigenhändige Werke und vier Attributionen. Unter den letzten wird auch der »Abstieg in die Hölle« aufgeführt. Die Argumente für eine Zuschreibung des Stichs an Mantegna überwiegen. So weicht die Komposition nur in wenigen, aber doch wichtigen Details von der Vorzeichnung in der École des Beaux-Arts zu Paris ab, einem unbestrittenen Autograph (ebd., Nr. 66, Farbabb.). Veränderungen und Zusätze wären einem rein reproduzierenden Graveur nicht erlaubt gewesen. Gewichtiger als dies ist aber der unvollendete Zustand der Platte, die nur in den zentralen Partien und auch hier ohne feine Tonnuancen durchgearbeitet ist, welche ein Stecher zum Schluß hinzufügen würde. Ein solches Nonfinito war wohl kaum für den Markt gedacht. Es ist Resultat des künstlerischen Experiments. Dieser Neugier mag ebenfalls verdankt werden, daß das Berliner Blatt in brauner Farbe abgezogen ist, welche die koloristischen Effekte der Federzeichnung imitiert (ein gleichartiger Abzug in London; Hind [Catalogue of Early Italian Engraving, London] 1910,S. 347, Nr. 5a).Text: Hein-Th. Schulze Altcappenberg in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 252-253, Kat. V.10 (mit weiterer Literatur)