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II. Porzellan, Fayence, Steingut nur Ofenarbeiten Nr. 1202-1680

Ident. Nr.: IV_KGM-B_SKK_NC_01202-01680_LZ_1875-1875

ObjID: obj:3083569

Credit: Provenienz und Bestand. Online-Publikation der Erwerbungsbücher und Zugangsverzeichnisse der Staatlichen Museen zu Berlin. Gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien

Details (Expert)

Beteiligte
zugeschrieben: Kunstgewerbemuseum Berlin (1879 -),
Folgeherausgeber*in
zugeschrieben: Kunstgewerbemuseum Berlin (1879 -),
Verwalter*in
Zuschreibung unsicher: Kunstkammer der Kurfürsten von Brandenburg (16. Jh. - Ende 18 Jh.),
Verfasser*in
Zuschreibung unsicher: Kunstgewerbemuseum Berlin (1879 -),
Verfasser*in
Datierung
Entstehungsjahr: 1875
Entstehungszeit: 1875-1875
Zugangszeitraum: 1875-1875
Weitere Titel
Sammlungstitel: II. Porzellan, Fayence, Steingut nur Ofenarbeiten Nr. 1202-1680
Kunstgewerbemuseum: Inventarband II Kunstkammer K 1202-1680 Porzellan, Fayence, Steingut
Geografische Bezüge
Verwendungsort: Berlin
Entstehungsort: Berlin
Material / Technik
—
Abmessungen
Höhe x Breite: 45 x 30 cm (1)

Objektbeschreibung

Kollationsvermerk: handschriftlich mit Seitenzahlen, doppelseitiger Scan mit 172 Seiten, S. 1-86

Enthält: Erwerbungsbücher der Staatlichen Museen zu Berlin

Letzte Aktualisierung: 17.03.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Walzenkrug mit silbervergoldeter Montierung

Walzenkrug mit silbervergoldeter Montierung

Humpen aus dickwandigem, farblosem, etwas graustichigem Glas, die Bodenkugel ist von einer tiefgeschnittenen Blütenrosette gerahmt, auf eine runde Platte mit Standring gesetzt, nicht gestaucht, der Standring mit feiner Montierung aus vergoldetem Silber, die Kantenverzierung aus erhabenen Jakobsmuscheln, angesetzter Ohrenhenkel, der an einer Manschette die Deckelmontierung hält, die aus Spangen und einem naturalistisch geformten Adler als Bekrönung gebildet wird. Der Ansatz des walzenförmigen Humpens ist mit einem versenkten und mattierten Spitzblattdekor verziert. Die Wandung zeigt umlaufend große Blüten- und Früchtefestons mit vereinzelten fliegenden Vögeln und Insekten, den verwärmten Mündungsrand schmückt ein Bogenfries in Schälfschliff. Der Deckel ist ebenfalls aus Glas geformt, gerahmt von einer getreppten Montierung in Anlehnung an den Fuß. Auf dem Deckel findet sich das bekrönte, großformatige Monogramm FR für Fridericus Rex zwischen gekreuzten Palmzweigen. Die Wandung hat einen durchgehenden Sprung gegenüber des Henkels. Da außer einem Tremolierstrich keine Punzen vorhanden sind, lässt sich kein Goldschmied zuordnen. Sehr wahrscheinlich datiert dieser repräsentative Walzenkrug in die Regierungszeit König Friedrichs I., in die Jahre 1701 bis 1713. Die hängenden Frucht- und Blumenbündel waren ein wiederkehrendes Motiv der Werkstatt von Martin Winter (um 1640–1702), die nach seinem Tod von seinem Neffen Gottfried Spiller (um 1663–1728) weitergeführt wurde. Dieses Glas glorifiziert mit seinem Bildprogramm die neugewonnene Königswürde des Hauses Hohenzollern: das bekrönte Monogramm dominiert das Gefäß, wird flankiert von Palmzweigen, Symbol für Sieg, Triumph, Frieden und ewiges Leben; Früchte und Blumen stehen für Wohlstand und Fruchtbarkeit, der imposante Adler des königlichen Hausordens wirkt, als ob er jeden Moment in die Lüfte steigt. [Verena Wasmuth]MAKR