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Deichbruch bei Coeverden am 1. Oktober 1673, Illustration in: Lambert van den Bosch, Tooneel des oorlogs, opgerecht in de Vereenigde Nederlanden door de wapenen van de koningen van Vrankryk en Engeland, Keulsche en Munstersche bisschoppen (...), Amsterdam: Jacob van Meurs en Joannes van Someren, 1675, Bd. 4, S. 80

Ident. Nr.: AM 41-1960

ObjID: obj:3091702

Details (Expert)

Beteiligte
Entwurf: Romeyn de Hooghe (1645 - 1708),
Radierer*in
Datierung
Herstellung: 1673
Herstellung: 1675
Provenienz
Friedrich Quiring (geb. 1886),
405414
Material / Technik
Radierung
Abmessungen
Blattmaß: 18,4 x 29,9 cm

Objektbeschreibung

Nachdem Coevorden im 80-jährigen Krieg zu einer starken Festung ausgebaut worden war, wurde es 1672 durch Truppen des Fürstbischofs von Münster erobert. Den Holländern gelang im Winter die Rückeroberung, als die Festungsgräben zufroren. Daraufhin ließ der Fürstbischof die Vechte durch einen Damm aufstauen, um durch den Rückstau die Stadt zu überfluten und erneut zu erobern. Als der Fluss bereits in die Stadt eindrang und Häuser zum Einsturz brachte, drückte ein Sturm das Wasser gegen den neu errichteten Damm. Der Deichbruch kostete zahlreiche Bauern und nicht zuletzt auch die belagernden Truppen das Leben. Auf der Radierung reißen die unbändigen Wassermassen alles mit sich fort. Dunkle Wolken und Parallelschraffuren im Himmel deuten den Sturm an.

Letzte Aktualisierung: 04.08.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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Der Abstieg zur Hölle, wo Christus nach dem Kreuzestod und vor der Auferstehung die Gerechten - angefangen von Adam und Eva bis hin zu Johannes dem Täufer - aus der Gewalt Satans befreite, wird im apokryphen Nikodemus-Evangelium erwähnt. Das Thema war im 15. Jahrhundert weit verbreitet. Mantegna könnte Anregungen von einem kleinen Bild seines Schwiegervaters Jacopo Bellini (Padua, Museo Civico) und von einem Bronzerelief Donatellos erhalten haben (Florenz, San Lorenzo). Unter den Zeichnungen des Kabinetts befindet sich noch eine exakte Wiederholung der Christusfigur, die auf einer um 1490/92 entstanden Gemäldeversion Mantegnas erscheint (KdZ 622; Kat. [Andrea Mantegna, London / New York 1992], Nr. 71, Farbabb.).Die Auseinandersetzung mit der Mantegna-Graphik ist von ständig wechselnden Zu- und Abschreibungen geprägt und in vielen Punkten noch klärungsbedürftig. Erst kürzlich wurden aus Anlaß der Londoner Ausstellung wieder zwei völlig divergierende Meinungen vertreten. Während Suzanne Boorsch vermutet, das gesamte Œuvre sei nur unter der Aufsicht des Meisters entstanden (ebd., S. 56ff.), verzeichnet der von David Landau erstellte Katalog sieben eigenhändige Werke und vier Attributionen. Unter den letzten wird auch der »Abstieg in die Hölle« aufgeführt. Die Argumente für eine Zuschreibung des Stichs an Mantegna überwiegen. So weicht die Komposition nur in wenigen, aber doch wichtigen Details von der Vorzeichnung in der École des Beaux-Arts zu Paris ab, einem unbestrittenen Autograph (ebd., Nr. 66, Farbabb.). Veränderungen und Zusätze wären einem rein reproduzierenden Graveur nicht erlaubt gewesen. Gewichtiger als dies ist aber der unvollendete Zustand der Platte, die nur in den zentralen Partien und auch hier ohne feine Tonnuancen durchgearbeitet ist, welche ein Stecher zum Schluß hinzufügen würde. Ein solches Nonfinito war wohl kaum für den Markt gedacht. Es ist Resultat des künstlerischen Experiments. Dieser Neugier mag ebenfalls verdankt werden, daß das Berliner Blatt in brauner Farbe abgezogen ist, welche die koloristischen Effekte der Federzeichnung imitiert (ein gleichartiger Abzug in London; Hind [Catalogue of Early Italian Engraving, London] 1910,S. 347, Nr. 5a).Text: Hein-Th. Schulze Altcappenberg in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 252-253, Kat. V.10 (mit weiterer Literatur)