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Nationalgalerie Erwerbungen ab 1966

Ident. Nr.: EB_NGB-B_SLG_LZ_1966-1981_3

ObjID: obj:3093601

Provenienz und Bestand. Online-Publikation der Erwerbungsbücher und Zugangsverzeichnisse der Staatlichen Museen zu Berlin. Gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien

Details (Expert)

Beteiligte
zugeschrieben: Nationalgalerie Berlin (West) (1949-1991),
Reihenherausgeber*in
zugeschrieben: Nationalgalerie Berlin (West) (1949-1991),
Folgeherausgeber*in
zugeschrieben: Nationalgalerie Berlin (West) (1949-1991),
Verwalter*in
Zuschreibung unsicher: Nationalgalerie Berlin (West) (1949-1991),
Verfasser*in
Datierung
Entstehungsjahr: 1966
Entstehungszeit: 1966-1981
Zugangszeitraum: 1966-1981
Weitere Titel
Sammlungstitel: Nationalgalerie Erwerbungen ab 1966
Nationalgalerie: Inventarbuch NG 1966-1981 Malerei und Skulptur (Berlin, West)
Geografische Bezüge
Material / Technik
Abmessungen
Höhe x Breite: 45 x 30 cm (1)

Objektbeschreibung

Kollationsvermerk: handschriftlich ohne Seitenzahlen, doppelseitiger Scan einschl. Einband mit 90 Doppelseiten

Letzte Aktualisierung: 17.03.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz