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Händler auf dem Eis

Ident. Nr.: KdZ 115

ObjID: obj:3117458

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Hendrick Avercamp (1585-1634),
Zeichner*in
Abmessungen
Blattmaß: 15,4 x 17,2 cm

Objektbeschreibung

Der stumme Avercamp begründete das Genre der Winterlandschaft mit Eisläufern. Neben Vergnügungen stellte er auch die rauen Seiten des Winters dar: Männer, die Feuerholz sammeln, Frauen, die Wäsche in Eislöchern waschen, Bettler, die Zuflucht vor der Kälte suchen. Auf den beiden Zeichnungen KdZ 114 und KdZ 115 hielt er alltägliche, sorgfältig beobachtete Szenen ohne moralisierenden Subtext fest: Menschen sind unterwegs in die nächste Stadt, ein Händler wiegt Maronen ab, die er von seiner Schubkarre feilbietet und sogleich in die dargebote-ne Mütze füllen wird – ein Motiv, das Avercamp, wie so oft, in einem Gemälde wieder verwendete (London, Harold Samuel Collection). Die Stadtsilhouetten am Horizont sind mit blauem Pinsel gezeichnet und vermitteln den Eindruck eines dunstigen, kalten Tags.

Letzte Aktualisierung: 27.11.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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Eine der schönsten Darstellungen aus der Frühzeit des Kupferstiches bewahrt als Unikum das Berliner Kabinett auf – den sogenannten großen Liebesgarten. Das Thema basiert auf dem französischen »Rosenroman« aus dem 13. Jahrhundert, der außerordentlich weit verbreitet war und auch im 15. Jahrhundert noch gelesen wurde. Eine höfische Gesellschaft hat sich in Sichtweise ihrer Feudalburgen im Freien versammelt, um zu speisen und anderen Vergnügungen nachzugehen. Im Bachlauf werden Weinflaschen gekühlt, und verschiedene Tiere, darunter das mythische Einhorn, bevölkern Wald und Wiese. Alles strahlt einen idyllischen Frieden aus, satirische Anspielungen wie bei dem Liebesgartenstich des Meisters E. S. scheinen hier zu fehlen (vgl. Inv. Nr. 136-1897). Aber Affe und Bär im Vordergrund, im Spiel neckisch vereint, könnten auf das menschliche Liebeswerben und seine negativen Folgen verweisen, galt doch der Affe traditionell als ein sündiges Tier. Vorbild für den Stecher könnte ein Minne-Teppich gewesen sein, denn der motivische Reichtum und die schichtweise Übereinanderstellung von Figuren und Gegenständen erinnern auffallend an den Bildaufbau zeitgenössischer Tapisserien.Es wurde auch vermutet, daß ein Wandgemälde Jan van Eycks in der Burg der Grafen von Holland zu Den Haag (1422–24) als bildliche Quelle gedient habe.Nach dem Berliner Stich und einem anderen Blatt mit ähnlicher Thematik erhielt der unbekannte Meister seinen Namen. Er dürfte um 1435–45 in den Niederlandentätig gewesen sein, vielleicht im Umkreis des Haager Hofes. Seine wenigen Arbeiten sind mit kräftigen Umrißlinien und Kreuzschraffuren gestochen.Text: Holm Bevers in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 169f., Kat. IV.1 (mit weiterer Literatur)