Logo

Luft, aus der Folge: "Vier Elemene"

Ident. Nr.: 661-17

ObjID: obj:3123530

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Reinier Nooms, genannt Zeeman (1623/24-1664),
Radierer*in
Ausführung: Frederik de Wit (1630-1706),
Verleger*in
Weitere Titel
Sammlungstitel: Luft, aus der Folge: "Vier Elemene"
Vier Elemente
Lucht
Provenienz
Nachlass W. A. Blenz (- 1844),
1844
Material / Technik
Radierung, Kaltnadel
Abmessungen
Blattmaß: 13,6 x 23,7 cm
Plattenrand: max. 8,7 x 20,6 cm

Objektbeschreibung

Die Radierungen beschreiben ein ganz ähnliches Phänomen wie die Zeichnung nebenan, jedoch müssen Flächen und räumliche Gebilde wie die dicken Haufenwolken aus einzelnen Linien und Punkten zusammengesetzt werden. Die Blätter gehören zu einer allegorischen Folge mit den vier Elementen Luft, Wasser, Erde und Feuer. Das Wasser wird durch einen Sturm an der Küste symbolisiert, das Feuer durch den Brand eines Schiffes, die Erde durch Bauern, die ihre Felder bestellen. Die Luft als das am wenigsten greifbare Element wird durch Wind repräsentiert, der die Wellen peitscht, der Regen und Segelschiffe in Schräglage zwingt. Diese atmosphärische Dar-stellung, in der der Himmel mit seinen Wolken mehr als drei Viertel der Blattfläche einnimmt, hat fast schon impressionistische Züge.

Letzte Aktualisierung: 28.11.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Der große Liebesgarten

Der große Liebesgarten

Eine der schönsten Darstellungen aus der Frühzeit des Kupferstiches bewahrt als Unikum das Berliner Kabinett auf – den sogenannten großen Liebesgarten. Das Thema basiert auf dem französischen »Rosenroman« aus dem 13. Jahrhundert, der außerordentlich weit verbreitet war und auch im 15. Jahrhundert noch gelesen wurde. Eine höfische Gesellschaft hat sich in Sichtweise ihrer Feudalburgen im Freien versammelt, um zu speisen und anderen Vergnügungen nachzugehen. Im Bachlauf werden Weinflaschen gekühlt, und verschiedene Tiere, darunter das mythische Einhorn, bevölkern Wald und Wiese. Alles strahlt einen idyllischen Frieden aus, satirische Anspielungen wie bei dem Liebesgartenstich des Meisters E. S. scheinen hier zu fehlen (vgl. Inv. Nr. 136-1897). Aber Affe und Bär im Vordergrund, im Spiel neckisch vereint, könnten auf das menschliche Liebeswerben und seine negativen Folgen verweisen, galt doch der Affe traditionell als ein sündiges Tier. Vorbild für den Stecher könnte ein Minne-Teppich gewesen sein, denn der motivische Reichtum und die schichtweise Übereinanderstellung von Figuren und Gegenständen erinnern auffallend an den Bildaufbau zeitgenössischer Tapisserien.Es wurde auch vermutet, daß ein Wandgemälde Jan van Eycks in der Burg der Grafen von Holland zu Den Haag (1422–24) als bildliche Quelle gedient habe.Nach dem Berliner Stich und einem anderen Blatt mit ähnlicher Thematik erhielt der unbekannte Meister seinen Namen. Er dürfte um 1435–45 in den Niederlandentätig gewesen sein, vielleicht im Umkreis des Haager Hofes. Seine wenigen Arbeiten sind mit kräftigen Umrißlinien und Kreuzschraffuren gestochen.Text: Holm Bevers in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 169f., Kat. IV.1 (mit weiterer Literatur)