Logo

Küstenlandschaft mit Gewitter, aus der Folge: "Die kleinen Landschaften"

Ident. Nr.: 68-1960,2

ObjID: obj:3124451

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Schelte Bolswert (um 1586-1659),
Stecher*in
Entwurf: Peter Paul Rubens (1577 - 1640),
Maler*in
Ausführung: Martinus van den Enden (1) (1605-1654/74),
Verleger*in
Datierung
Ausführung: 1638
Herstellung: Gemälde 1625-1628
Weitere Titel
Sammlungstitel: Küstenlandschaft mit Gewitter, aus der Folge: "Die kleinen Landschaften"
Die kleinen Landschaften
Material / Technik
Kupferstich
Abmessungen
Blattmaß: 30,6 x 42,2 cm

Objektbeschreibung

Die einzige flämische Landschaft der Ausstellung entstand nach einem heute verlorenen Gemälde des Peter Paul Rubens, das im 18. Jahrhundert Heinrich Graf von Brühl in Dresden gehörte. Bolswert zählt zu den wichtigsten und technisch versiertesten Stechern der großen Rubenswerkstatt, die die Kompositionen des Meisters repro-duzierte und verbreitete. Die arrangierte, imposante Szenerie mit felsigen Bergen am Meer ist in theatralisches Dämmerlicht getaucht, erhellt nur von Blitzen hinter dunklen Wolken. Die Frau links hat ihren Rock als Schutz vor dem Unwetter, das hier eine dramatische Stimmung erzeugt, über den Kopf geworfen. Die ausdrucksvollen dynamischen Linien des Kupferstichs nehmen Rubens‘ kraftvollen Pinselstrich auf und schaffen feine tonale Abstufungen und Kontraste.

Letzte Aktualisierung: 28.11.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Sankt Peter von Südosten

Sankt Peter von Südosten

Egger hat die sehr rasch ausgeführte Federzeichnung (folio 51 r.) »eines der wertvollsten Dokumente für die Topographie des vatikanischen Gebietes in der ersten Hälfte des XVI. Jahrhunderts« genannt. Der von einem Ausläufer des Gianicolo nach Norden schauende Zeichner hatte die gesamte Anlage von St. Peter vor sich, zur Linken den nach »Luthers großem ›Halt!‹« (Heine) liegengebliebenen Neubau, dessen Bögen die Dimensionen antiker Ruinen erreichen, in der Mitte den von der Sixtinischen Kapelle überragten Rest des Langhauses der konstantinischen Basilika mit seiner mosaikgeschmückten Fassade sowie den das Atrium umgebenden Gebäuden. Letztere wenden sich rechts mit Campanile und der Benediktionsloggia Bramantes zum Petersplatz, während darüber die von Raffael ausgemalten Loggien nach Nordosten blicken. Dorthin führt auch der an einer Stelle eingestürzte Korridor, der den bei der Kirche gelegenen Palast mit dem Belvedere auf dem Mons Vaticanus verbindet. Im Vordergrund sind kleinere Gebäude und Baumgruppen mit wenigen Federstrichen angedeutet.Der Zeichner, obwohl zur Generation der Manieristen gehörend, setzt die Gegebenheiten mit nüchterner Präzision und Klarheit auf das Papier, die es möglich machten, an seinen Zeichnungen Messungen in Hinblick auf die heute verschwundenen Gebäude durchzuführen. Bemerkenswert ist die im Bereich des Neubaus deutlich größere Detailfreudigkeit, die damit übereinstimmt, daß sich auch von den übrigen St.Peter-Zeichnungen in den Skizzenbüchern des Maarten van Heemskerck die meisten mit der Baustelle beschäftigen.Text: Gero Seelig in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 179f., Kat. IV.18 (mit weiterer Literatur)