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Die Schauspieler Segawa Kikujirō I und Sawamura Sōjūrō I

Ident. Nr.: 6001a-09.8

ObjID: obj:3163433

Details (Expert)

Datierung
Datierung: 1739
Datierung: Edo (Tokugawa)-Zeit
Weitere Titel
Sammlungstitel: Die Schauspieler Segawa Kikujirō I und Sawamura Sōjūrō I
Übersetzung: Actors Segawa Kikujirō I und Sawamura Sōjūrō I
Originaltitel: 初代瀬川菊次郞と初代沢村宗十郎
Geografische Bezüge
Japan,
Land
Abmessungen
Blattmaß: 32,2 x 15,2 cm
Erwerbung
1967 übertragen aus der Kunstbibliothek, SMB. Erworben 1909 von Richard Langweil, Berlin.

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Museum für Asiatische Kunst

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Klangplatte (kei)

Klangplatte (kei)

Die Klangplatte gehört mit zu den speziellen Kultgeräten, die in rituellen Handlungen des esoterischen Buddhismus ihre Verwendung finden. Während der rituellen Zeremonien sitzt der Priester in der Tempelhalle vor einem niedrigen Tisch, auf dem neben Wasser- und Weihrauchgefäßen verschiedene Kultgeräte nach einem bestimmten Schema, das ein Mandala symbolisiert, angeordnet sind. Dabei befindet sich die Klangplatte, welche an einem hölzernen Rahmengestell aufgehängt ist, auf der rechten Seite des Priesters. Sie wird mit einem Holzhämmerchen zum Klingen gebracht. Anfänglich aus China importiert, entwickelten japanische Handwerker während der Heian-Zeit die ersten japanischen Klangplatten. Die frühesten, in Japan hergestellten Klangplatten sind von einfacher geometrischer Form mit einem erhöhten zentralen Teil, der als Resonanzfläche dient. Während der späten Heian- und der frühen Kamakura-Zeit wurden vermehrt Sorgfalt und Fantasie für die äußere Form sowie für die aufwändige Behandlung des Oberflächendekors aufgebracht. Die klassische Form zeigt die Silhouette eines Berges, in dessen Mitte sich meist eine reliefierte, in Aufsicht gezeigte Lotosblüte oder zwei gegenständig angeordnete Pfauen befanden. Das vorliegende Exemplar gehört zu einer äußerst seltenen Gruppe von Klangplatten, die in der Form einer Lotosblüte gegossen wurden. Die Resonanzfläche ist als achtfach gelappte Samenkapsel geformt, wobei die Samen jeweils durch kreisrunde Gravierungen angedeutet sind. Jedes Blütenblatt ist definiert durch zwei parallel verlaufende Umrißlinien, die den Eindruck von plastischer Form erzeugen. Als eine der symbolträchtigsten Pflanzenarten im Buddhismus dient die Lotosblüte als Metapher für die erlangte Erleuchtung sowie als Symbol der Reinheit. Die Samenkapsel hat zudem eine glücksbringende Bedeutung. SM8HF

Kasuga Schrein-Mandala

Kasuga Schrein-Mandala

Am Fuße der Mikasa- und Kasuga-Berge in Nara befindet sich die Anlage des Kasuga-Schreines, der zu den sieben ranghöchsten Shintō-Heiligtümern Japans zählt. Der in der vertikalen Bildachse angelegte Pilgerweg verbindet den weitläufigen Schreinbezirk im oberen Bilddrittel mit dem dazugehörigen buddhistischen Tempel Kōfuku im Vordergrund. In den zu beiden Seiten liegenden Wäldern tummeln sich zahlreiche Hirsche, Wildschweine und Affen. Blaue und grüne Pigmente, die für den einheimischen Malstil, yamato-e, charakteristisch sind, dominieren die Farbgebung. Der dekorative Effekt des Bildes wird durch die reiche Anwendung von Goldfarbe, die vor allem die sakrale Bedeutung der heiligen Bezirke sowie des Pilgerweges unterstreichen, zusätzlich erhöht. Entsprechend der synkretistischen Glaubensvorstellung, wonach jede Gottheit eine früher dagewesene Manifestation oder eine niedergelassene Spur einer erst später nach Japan gekommenen buddhistischen Gottheit, suijaku, darstellt beziehungsweise jede buddhistische Gottheit die ursprüngliche Erscheinungsform der ihr zugeordneten shintoistischen Gottheit, honji butsu, ist, wurden seit dem 12. Jahrhundert verschiedene Typen von Kultbildern eingeführt, die die harmonische Koexistenz dieser beiden religiösen Richtungen veranschaulichen. In Riten zur Verehrung der Kasuga-Gottheiten, die ursprünglich als Schutzpatrone des mächtigen Fujiwara-Clans verehrt wurden, kommen hauptsächlich zwei Bildgattungen vor: das Hirsch-Mandala, "Kasuga shikamandara" und das Schrein-Mandala, "Kasuga miyamandara", Üblicherweise befinden sich bei Darstellungen des zweiten Typus die buddhistischen Erscheinungsformen der vier Kasuga-Gottheiten in der obersten Bildzone.

Baumwollherstellung in der Provinz Kawauchi

Baumwollherstellung in der Provinz Kawauchi

Die Provinz Kawauchi bei Osaka gehört seit dem Mittelalter zu den wichtigen Produktionsstätten für Baumwolle in Japan. Die detaillierte Darstellung aller Stadien des Herstellungsprozesses – Pflücken der Baumwolle, Verarbeitung, Verschnüren der Pakete für den Schiffstransport, Garngewinnung, Weben – ist jedoch selten. Bekannt sind bisher vornehmlich Holzschnittbücher, in denen bestimmte Vorgänge abgebildet werden. Umso wertvoller ist dieses Werk, das offensichtlich aus der Hand eines vorzüglichen Malers des einheimischen Malstils (j. Yamato-e) stammt. Charakteristisch für diesen Malstil sind die weichen gerundeten Konturlinien, der extensive Gebrauch von kostbaren Farbpigmenten wie Azurit-Blau und Malachit-Grün in opakem Auftrag sowie die Anwendung von Wolkenbändern als räumlichem Gliederungselement.Zwar weist diese Querrolle auf ihrem ersten Blatt ein rundes Siegel und eine Signatur auf, die Tosa Mitsuoki als Maler benennen, aber da deren Platzierung am Anfang der Rolle überaus ungewöhnlich ist und das Siegel sonst nicht nachgewiesen werden kann, gilt die Signatur nicht als authentisch. Mitsuoki leitete von 1654 bis 1681 das Malereiamt, edokoro, am Kaiserhof in Kyoto und gilt als bedeutendster Vertreter der im vierzehnten Jahrhundert begründeten Tosa-Maltradition im 17. Jahrhundert. Tosa-Maler fertigten durchaus häufig Darstellungen von Herstellungsprozessen oder unterschiedlichen Berufsgruppen für ihre Auftraggeber aus der gesellschaftlichen Elite an. Zu dieser sozialen Verortung passt auch die Ausblendung der Härten und Mühen der Arbeit, die hier farbenfroh und mit Leichtigkeit von der Hand zu gehen scheint. Insofern ist eine Zuordnung an einen Maler im einheimischen Stil aus der Schaffenszeit Mitsuokis in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts trotz der zweifelhaften Signatur vorstellbar.

Schönheiten der vier Jahreszeiten

Schönheiten der vier Jahreszeiten

Typische Blumen und Gräser der vier Jahreszeiten rahmen auffällig gekleidete Mädchen und Jünglinge, die entweder einzeln oder in kleinen Gruppen vor einem durch Pflanzen und Blumen als Landschaft definierten, aber weitestgehend leeren Bildgrund posieren. Die Farbigkeit ihrer kostbar dekorierten Gewänder konkurriert mit der leuchtenden Pracht der Blüten.Weder im Aufwand der Kleidung noch in den Frisuren stehen die Jünglinge hierbei den Mädchen nach und so fällt es schwer, das Geschlecht der Dargestellten zu bestimmen. Insbesondere wenn etwa Hüte die rasierten Stelle auf den Hinterköpfen der Männer verdecken. Aus dem Geschlechterschema fällt auch der kniende Kabuki-Schauspieler im letzten Drittel der Rolle, dessen rasierter Vorderkopf durch ein lila-braunes Kopftuch bedeckt ist, welches zu seiner androgynen Attraktivität beiträgt.Insgesamt zählt diese Querrolle zwanzig verschiedene Pflanzenarten und eben so viele Figuren, die bei vergnüglichen Beschäftigungen wie Flanieren, Lektüre, Tanz, Shamisen-Spiel oder auch dem Servieren von Tee erfasst sind. Während die Pflanzen einem natürlichen Kreislauf des Werdens und Vergehens im Wechsel der Jahreszeiten unterworfen erscheinen, bieten die Figuren den Betrachtern eine Vision fortwährend verfügbarer Jugend.Da Trichterwinden und Flaschenkürbisse am Ende der Rolle den Herbst symbolisieren, ist anzunehmen, dass dieses Werk unvollständig ist. Die Signatur des Malers wäre wohl auf dem fehlenden Teil (nach der Darstellung des Winters) zu vermuten. Physiognomie und Proportionen der Figuren deuten auf einen Maler der Hishikawa-Schule. Diese ist nach Hishikawa Moronobu (1618–1694), dem Pionier der hauptsächlich modische Figuren und Szenen aus den urbanen Zentren behandelnden Malerei der „Fließenden Welt“ benannt. Die lockere, entspannte Atmosphäre und die prachtvolle Gestaltung der Gewänder in dieser Darstellung spiegeln die hedonistische, zum Luxus neigende Lebenshaltung der Genroku-Zeit (1688–1704). Die hohe künstlerische Qualität und die Kostbarkeit der verwendeten Materialien lassen auf einen wohlhabenden Auftraggeber aus dem städtischen Milieu schließen.

Fasan auf Kiefer und kleine Vögel

Fasan auf Kiefer und kleine Vögel

Der Tradition der Momoyama-zeitlichen Malerei des späten 16. Jahrhunderts auf Schiebetüren und Stellschirmen folgend, rückt Sansetsu die Bäume − eine alte, knorrige Kiefer auf dem rechten Schirm und einige schlanke, geradlinig gewachsene japanische Zedern auf dem linken − sehr nah in den Vordergrund, sodass die gewaltigen Dimensionen der Bäume durch den Anschnitt verdeutlicht werden. Die gewundenen Äste der Kiefer sowie die in flammenartigen Nadelbüschen endenden Zweige der Zedern ragen weit über das Bildformat hinaus und vermitteln den für die Ausstattung repräsentativer Innenräume angestrebten Eindruck von Monumentalität. Der Hintergrund ist beinahe vollständig mit quadratischer Blattgoldfolie ausgelegt. Zudem wird vereinzelt Goldtusche angewandt, um die Umrisse der Wolkenbänder und den Boden der Landschaft anzudeuten. Der Effekt ist nicht nur prächtig, sondern diente in größeren Räumen auch der reflektierenden Verstärkung der meist schwachen Lichtquellen.Aufgrund der Positionierung der Bildelemente und der opak aufgetragenen Pigmente auf Goldgrund wirkt die Komposition recht plakativ. Durch die Andeutung einer hügeligen Landschaft, die zwischen den aufgelockerten Wolkenbändern auf den ersten zwei Paneelen des linken Schirmes hindurch schimmert, erhält sie jedoch räumliche Tiefe. Die Repoussoir-Bäume an den Bildrändern verleihen der Komposition Leichtigkeit und Spannung. Die Tendenz zum extravaganten Bildaufbau und die dynamische, aber in den Details souveräne Pinselsprache sind charakteristisch für Sansetsu, der in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts die Geschicke des in Kyoto ansässigen Teils der Kano-Schule ganz wesentlich bestimmte. SM8HF

Zedern und kleine Vögel

Zedern und kleine Vögel

Der Tradition der Momoyama-zeitlichen Malerei des späten 16. Jahrhunderts auf Schiebetüren und Stellschirmen folgend, rückt Sansetsu die Bäume − eine alte, knorrige Kiefer auf dem rechten Schirm und einige schlanke, geradlinig gewachsene japanische Zedern auf dem linken − sehr nah in den Vordergrund, sodass die gewaltigen Dimensionen der Bäume durch den Anschnitt verdeutlicht werden. Die gewundenen Äste der Kiefer sowie die in flammenartigen Nadelbüschen endenden Zweige der Zedern ragen weit über das Bildformat hinaus und vermitteln den für die Ausstattung repräsentativer Innenräume angestrebten Eindruck von Monumentalität. Der Hintergrund ist beinahe vollständig mit quadratischer Blattgoldfolie ausgelegt. Zudem wird vereinzelt Goldtusche angewandt, um die Umrisse der Wolkenbänder und den Boden der Landschaft anzudeuten. Der Effekt ist nicht nur prächtig, sondern diente in größeren Räumen auch der reflektierenden Verstärkung der meist schwachen Lichtquellen.Aufgrund der Positionierung der Bildelemente und der opak aufgetragenen Pigmente auf Goldgrund wirkt die Komposition recht plakativ. Durch die Andeutung einer hügeligen Landschaft, die zwischen den aufgelockerten Wolkenbändern auf den ersten zwei Paneelen des linken Schirmes hindurch schimmert, erhält sie jedoch räumliche Tiefe. Die Repoussoir-Bäume an den Bildrändern verleihen der Komposition Leichtigkeit und Spannung. Die Tendenz zum extravaganten Bildaufbau und die dynamische, aber in den Details souveräne Pinselsprache sind charakteristisch für Sansetsu, der in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts die Geschicke des in Kyoto ansässigen Teils der Kano-Schule ganz wesentlich bestimmte. SM8HF

Großer Weisheitskönig Ucchushma (Ususama Myōō)

Großer Weisheitskönig Ucchushma (Ususama Myōō)

Umgeben von dynamisch züngelnden Flammen steht der Weisheitskönig Ususama Myōō auf einem Felsen vor undefiniertem Hintergrund. In seiner rechten Hand hält er eine mit einem grünen Band verzierte Hellebarde, während die linke Hand seinen bis zum Knie erhobenen linken Fuß umfasst. Mit weit aufgerissenen, hervorstehenden Augen und gebleckten Zähnen, wobei die langen, spitzen Eckzähne entblößt sind, blickt er wütend auf die kleine, gefesselte Menschenfigur mit Wildschweinkopf zu seinen Füssen nieder.Ikonographie und Bedeutung dieser Gestalt des esoterischen Buddhismus sind nicht vollständig geklärt. Im Gegensatz zu den verbreiteten Fünf Weisheits-Königen – Fudō, Gōsanze, Gundari, Daiitoku und Kongōyasha – sind nur wenige Darstellungen des Ususama Myōō bekannt.Die erhaltenen Bildnisse zeigen ihn häufig als muskelbepackte, grimmig blickende Wächterfigur mit zwei oder vier Armen, welche Werkzeuge zum Bekämpfen des Bösen wie Schwert, Seil oder Lanze halten. Die blaue Hautfarbe mag auf die Zuordnung zu einer Himmelsrichtung oder auf die übernatürlichen Kräfte dieser Gottheit deuten.Ususama Myōō leitet sich vom hinduistischen Feuergott Agni ab. Ihm wird die Fähigkeit zugeschrieben, alles Böse und alle Verschmutzungen Kraft des Feuers reinigen zu können. Sein Bildnis wird daher in Japan häufig in Toiletten und an anderen als unrein geltenden Orten aufgestellt.Dieses Bild trägt die Signatur des Edokoro Sakon sowie das Siegel „Sadatsuna“. Über diesen Maler ist wenig bekannt. Der Titel „Edokoro“ weist auf seine Zugehörigkeit zu den Malern eines höfischen oder aber noch wahrscheinlicher eines klösterlichen Malateliers hin. So fand sich sein Name in der Liste der Maler, die in der Kanbun-Ära (1761–1772) an der Restaurierung der Malerei auf den Holztüren der Phönixhalle des in Uji bei Kyoto gelegenen Tempels Byōdō-in beteiligt waren.