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Zwei lesende Schöne

Ident. Nr.: 6003-06.123

ObjID: obj:3192412

Details (Expert)

Beteiligte
zugeschrieben: Nishikawa Sukenobu 西川祐信 (1671 - 1750),
Künstler*in
Datierung
Datierung: 1730
Datierung: Edo (Tokugawa)-Zeit
Weitere Titel
Sammlungstitel: Zwei lesende Schöne
Übersetzung: Two Beauties Reading
Originaltitel: 読書する二人の美人
Geografische Bezüge
Japan,
Land
Abmessungen
Blattmaß: 29,9 x 38,1 cm
Erwerbung
1967 übertragen aus der Kunstbibliothek, SMB. Geschenkt 1906 von Paul Mankiewitz, Berlin, erworben bei Rex & Co., Berlin.

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Museum für Asiatische Kunst

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Blumenwagen

Blumenwagen

Dieses überaus prachtvolle achtteilige Stellschirmpaar gehört zu einer in der japanischen Kunstgeschichte als „Stellschirme mit Blumenwagen“ bekannten Bildgruppe, die sich seit dem 17. Jahrhundert entwickelt hat. Üppige Blumenarrangements in Bambuskörben, die auf offenen Wagen arrangiert sind, bilden das Hauptmotiv solcher Schirme. Zuweilen werden mehrere Blumenwagen auf einem Schirm dargestellt, meist ist jedoch nur ein Wagen je Schirm zu sehen. Bei den Pflanzen handelt sich um die häufig abgebildeten Blumen der vier Jahreszeiten: Pflaumenblüte, Kirschblüte, Kamelie, Päonie, Chrysantheme, Buschklee, Glyzinie sowie rote Ahornblätter und Kiefernzweige, um nur die wichtigsten zu nennen. Die Blüten sind allesamt in detaillierter, dekorativer Manier unter Verwendung kostbarer Farbpigmente gemalt. Die offenen zweirädrigen Wagen beeindrucken durch die sorgfältige Schilderung des prächtigen Lackdekors und der kunstvoll gearbeiteten Metallbeschläge.Dramatisch hebt sich die Farbenpracht der Blüten und Gefährte von dem mit Blattgold belegten Hintergrund ab.Begleitet werden die Blumenwagen hier von Hofadeligen, die in kleineren Gruppen plaudern oder dösend rasten. Diese Kombination von Blumenwagen und begleitenden Figuren sowie Tieren ist eher ungewöhnlich.Über die Herkunft des Blumenwagenmotivs gibt es verschiedene Theorien. Entweder ist eine Anspielung auf eine Erzählung über die jährlichen Riten am Hof des Kaisers Xuanzong (685–761) der Tang-Dynastie intendiert, wo jeweils im Frühling außergewöhnliche Blumenarten gesammelt und auf Holzkarren arrangiert zur Schau gestellt wurden, oder es handelt sich um eine japanische Variation des beliebten chinesischen Bildsujets prachtvoller Blumenkörbe, das in der Song- und Yuan-Dynastie (960–1368) populär war. Mit der Einbeziehung landschaftlicher Elemente und kommunizierender Figuren, wie auf diesem Stellschirmpaar, gewinnt das Bildthema hier jedoch eine neue inhaltliche Dimension. Es ist aber noch nicht schlüssig geklärt, ob diese Darstellung auf einem literarischen Stoff basiert oder gar politisch motiviert ist und eine Aussage zur Stellung der Hofaristokratie artikuliert.Die Stellschirme sind nicht signiert, die Pinselsprache weist aber insbesondere bei den Baumdarstellungen starke Ähnlichkeiten mit bekannten Werken des Kano Eino (1631–1697) auf, so dass angenommen werden kann, dass sie im näheren Umfeld der in Kyoto ansässigen Kano-Schule des 17. Jahrhunderts entstanden sind. Die Mitglieder dieses Ateliers der weit verzweigten Kano-Sippe waren sowohl für die Militäraristokratie wie auch für das Kaiserhaus und den in Kyoto ansässigen Hofadel tätig. SM8HF

Blumenwagen

Blumenwagen

Dieses überaus prachtvolle achtteilige Stellschirmpaar gehört zu einer in der japanischen Kunstgeschichte als „Stellschirme mit Blumenwagen“ bekannten Bildgruppe, die sich seit dem 17. Jahrhundert entwickelt hat. Üppige Blumenarrangements in Bambuskörben, die auf offenen Wagen arrangiert sind, bilden das Hauptmotiv solcher Schirme. Zuweilen werden mehrere Blumenwagen auf einem Schirm dargestellt, meist ist jedoch nur ein Wagen je Schirm zu sehen. Bei den Pflanzen handelt sich um die häufig abgebildeten Blumen der vier Jahreszeiten: Pflaumenblüte, Kirschblüte, Kamelie, Päonie, Chrysantheme, Buschklee, Glyzinie sowie rote Ahornblätter und Kiefernzweige, um nur die wichtigsten zu nennen. Die Blüten sind allesamt in detaillierter, dekorativer Manier unter Verwendung kostbarer Farbpigmente gemalt. Die offenen zweirädrigen Wagen beeindrucken durch die sorgfältige Schilderung des prächtigen Lackdekors und der kunstvoll gearbeiteten Metallbeschläge.Dramatisch hebt sich die Farbenpracht der Blüten und Gefährte von dem mit Blattgold belegten Hintergrund ab.Begleitet werden die Blumenwagen hier von Hofadeligen, die in kleineren Gruppen plaudern oder dösend rasten. Diese Kombination von Blumenwagen und begleitenden Figuren sowie Tieren ist eher ungewöhnlich.Über die Herkunft des Blumenwagenmotivs gibt es verschiedene Theorien. Entweder ist eine Anspielung auf eine Erzählung über die jährlichen Riten am Hof des Kaisers Xuanzong (685–761) der Tang-Dynastie intendiert, wo jeweils im Frühling außergewöhnliche Blumenarten gesammelt und auf Holzkarren arrangiert zur Schau gestellt wurden, oder es handelt sich um eine japanische Variation des beliebten chinesischen Bildsujets prachtvoller Blumenkörbe, das in der Song- und Yuan-Dynastie (960–1368) populär war. Mit der Einbeziehung landschaftlicher Elemente und kommunizierender Figuren, wie auf diesem Stellschirmpaar, gewinnt das Bildthema hier jedoch eine neue inhaltliche Dimension. Es ist aber noch nicht schlüssig geklärt, ob diese Darstellung auf einem literarischen Stoff basiert oder gar politisch motiviert ist und eine Aussage zur Stellung der Hofaristokratie artikuliert.Die Stellschirme sind nicht signiert, die Pinselsprache weist aber insbesondere bei den Baumdarstellungen starke Ähnlichkeiten mit bekannten Werken des Kano Eino (1631–1697) auf, so dass angenommen werden kann, dass sie im näheren Umfeld der in Kyoto ansässigen Kano-Schule des 17. Jahrhunderts entstanden sind. Die Mitglieder dieses Ateliers der weit verzweigten Kano-Sippe waren sowohl für die Militäraristokratie wie auch für das Kaiserhaus und den in Kyoto ansässigen Hofadel tätig. SM8HF

Landschaft

Landschaft

In einer schlichten Hütte sitzt ein Gelehrter am Fenster und blickt über ein weites Tal zu entfernten Felsen. Die Hütte ist in der linken unteren Bildecke auf einem Felsen platziert, der sich schräg zum Bildrand fortsetzt. Dagegen stemmt sich eine Kiefer, die mit ihren wenigen Zweigen die Klause überdacht. Die spärliche Vegetation wird durch einen kargen Pflaumenbaum und Bambus ergänzt. Am rechten Bildrand ragt eine Felsengruppe auffallend steil empor. Dazwischen bestimmt ein leerer Malgrund die Bildfläche, welcher die Tiefe des dazwischen liegenden, in Nebel getauchten Tales und die einsame Lage der Klause am Felshang spürbar macht. Thematisch und stilistisch folgt das Werk den so genannten shigajiku (wörtlich „Gedicht-Bild-Hängerollen“) im Shūbun-Stil. Shūbun (tätig 1414–1463) spielte eine wesentliche Rolle bei der Adaption des Malstils der Hofakademie der Südlichen Song-Zeit in Japan. Das Bild ist undatiert, besitzt aber vier Siegel an der linken Bildseite, die von dem in der Kunstgeschichte als Shusetsu Dōjin bezeichneten Maler selbst stammen. Von diesem Künstler unbekannter Lebensdaten ist lediglich ein weiteres Bild mit zwei identischen Siegeln im Shinju-an, Daitoku-ji, Kyoto erhalten. Dieses zeigt eine Klause im Gebirge von Lushan und weist eine Aufschrift des bekannten Zen- Priesters Ikkyū Sōjun (1394–1481) auf. Kompositorisch bestehen zwischen beiden Bildern Ähnlichkeiten, wobei das Lushan-Bild komplexer ausfällt. Da sich auch das Berliner Bild ursprünglich im Kohō-an, einem anderen Subtempel des Daitoku-ji befand, ist anzunehmen, das Shusetsu Dōjin im Umkreis Ikkyūs am Daitoku-ji tätig war.