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Der Juwelenfluss in Chōfu - Eine Sehenswürdigkeit in der Provinz Musashi

Ident. Nr.: 60020-04.1074

ObjID: obj:3212541

Details (Expert)

Beteiligte
signiert: Suzuki Harunobu 鈴木春信 (um 1725–1770),
Künstler*in; Inschrift
Datierung
ca. 1769–1770
Datierung: Edo (Tokugawa)-Zeit
Systematik/Art
Weitere Titel
Sammlungstitel: Der Juwelenfluss in Chōfu - Eine Sehenswürdigkeit in der Provinz Musashi
Übersetzung: The Chōfu Jewel River - A Famous Place in Musashi Province
Originaltitel: 定家 調布の玉河むさしの名所
Die sechs Juwelenflüsse in moderner Fassung
Übersetzung: The Six Jewel Rivers in Popular Customs
Originaltitel: 風俗六玉川
Geografische Bezüge
Entstehungsort: Japan,
Land
Abmessungen
Blattmaß: 69,8 x 12,1 cm
Erwerbung
1967 übertragen aus der Kunstbibliothek, SMB. Geschenkt 1904 von James Simon, Berlin.

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Museum für Asiatische Kunst

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Die Großen Sutren der Vollkommenen Weisheit

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Zu den heiligsten und wichtigsten Texten des Mahâyâna-Buddhismus gehören die insgesamt 600 Kapitel umfassenden "Großen Sutren der Vollkommenen Weisheit" (sanksr. Mahâ-prajnâpâramitâ-sûtra, jap. Dai-hannyaharamitta-kyô), welche der berühmte chinesische Pilgermönch Xuanzang (596-664) aus Indien mitgebracht und zwischen 659 und 663 ins Chinesische übersetzt hatte. Dieser buddhistische Lehrtext enthält Predigten, die Buddha in 16 Zusammenkünften auf dem Geierkopfberg in Magadha und an drei anderen Orten vor seinen Schülern und Laienanhängern gehalten haben soll. Seit dem achten Jahrhundert war es unter der Aristokratie und dem Klerus Japans ein beliebter Brauch, Sutrentexte auf kostbar verziertem Papier abzuschreiben. Die Vervielfältigung der heiligen Schrift wurde einerseits als religiöse Übung erachtet, andererseits erhoffte man damit auch heilbringende Wirkungen. Für die Sutrenabschriften wurde meist Papier verwendet, das mit Indigo dunkelblau gefärbt wurde. Für die Schrift und die begleitenden Illustrationen benutzte man Gold und Silber. Der Berliner Satz soll ursprünglich 60 Miniaturrollen umfasst haben. 10 Rollen wurden jedoch bereits im Jahre 1784 wegen Insektenfraß entfernt. Die übrig gebliebenen 50 Rollen enthalten je 10 Kapitel, wobei das äußere Deckblatt, hyôshi, mit prächtigen, stilisierten Blütenranken, hosoge, verziert ist. Auf dem Deckblatt ist auch eine Kartusche vorgesehen, in der die Nummerierung der jeweiligen Rolle sowie der Titel geschrieben ist. Auf der Innenseite fangen alle Rollen mit einer szenischen Darstellung von Buddhas Predigt vor seinen Schülern und Laienanhängern an. Eingebettet wird diese Szene in eine stilisierte, nicht näher identifizierbare Landschaft. Danach folgen die einzelnen Kapitel, die jeweils mit einem Titel voneinander getrennt sind. Mehrere Rollen sind jeweils in einem Schwarzlackkästchen untergebracht, das auf der Innenseite auf Rotlackgrund mystische Bannsilben im sogenannten Siddham-Alphabet trägt. Sechs solcher Kästchen, von Brokathüllen umgeben, füllen den großen, in der Negoro-Technik lackierten Aufbewahrungskasten. Der Kastendeckel ist mit einer chinesischen Gedichtaufschrift versehen. In einer illustrierten Chronik der Provinz Settsu aus dem Jahre 1797 wurde der Berliner Satz, der sich damals im Besitz des Jingu-Tempels in Sumiyoshi, Ôsaka, befand, erwähnt. Gemäß Akisato Ritô, dem Verfasser der Chronik, stammen Schrift und Bild von der Hand der Kaiserin Kômyô (701-760). Die technische Ausführung der Malerei deutet jedoch auf eine Arbeit des 12. Jahrhunderts hin.