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Schüssel mit Darstellung von Christus mit der Ehebrecherin

Ident. Nr.: 1928,45

ObjID: obj:3269570

Details (Expert)

Beteiligte
Entwurf: Jean Baptiste Barbé (1592-1649),
Stecher*in
Entwurf: Maarten de Vos (1532 - 1603),
Grafiker*in
Datierung
Ausführung: 1650
Geografische Bezüge
Entstehungsort stilistisch: Delft
Material / Technik
Fayence mit Inglasurmalerei
Abmessungen
Durchmesser: 45 cm

Objektbeschreibung

Große Schüssel mit Blaumalerei. Im Spiegel die Szene mit Jesus und der Ehebrecherin, wie sie im Neuen Testament, Joh. 8,7, steht. Darauf bezieht sich auch der in den Sand geschriebene Ausspruch von Jesus "Die sonder sonden is, die werpt de eerste steen." (Der ohne Sünden ist, der werfe den ersten Stein). Der Satz erscheint für den Betrachter auf dem Kopf stehend, er ist aus der Perspektive von Jesus dargestellt, der sich herunterbeugt und auf ihn verweist. Jesus und die Ehebrecherin stehen in einer Figurengruppe inmitten einer fein gezeichneten Landschaft. Die Darstellung geht auf einen Stich von Jean Baptise Barbé nach Maarten de Vos zurück. Die breite Fahne der Schüssel ist mit einer detailreichen Groteskenmalerei versehen. Wenige weitere Schüsseln mit dieser Szene sind bekannt, darunter im Amsterdam Museum // ClKa

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa