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Deckel eines Pokals mit umlaufender Blütenranke

Ident. Nr.: Id 856

ObjID: obj:3288458

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Potsdamer Glashütte (1674–1736),
Glashütte
Ausführung: Martin Winter (1640),
Hersteller*in
Datierung
Ausführung: 1680-1700
Geografische Bezüge
faktischer Entstehungsort: Potsdam
Abmessungen
Höhe x Durchmesser: 11,3 x 12,4 cm
Durchmesser: 10,4 cm (Auflagerand)
Wandstärke: 0,45 cm

Objektbeschreibung

Deckel eines Pokals oder Bechers aus farblosem Glas, kein Abriss, gebauchte Schulter, den Mündungsrand ziert eine mattierte Bordüre mit geblänkten Kugeln und Perlen, deren Ränder mit einem Kordelornament geschmückt sind. Die Schulter ist mit einem umlaufenden Kranz aus fein geschnittenem Rankwerk mit Blüten dekoriert. Angesetzt ist ein massiver Baluster als Knauf mit eingestochener Luftblase, der oben mit einem versenkten und mattierten Spitzblattdekor versehen ist. Der formale und stilistische Vergleich datiert diesen Deckel ins ausgehende 17. Jahrhundert, daher dürfte es sich um eine Arbeit aus der Werkstatt von Martin Winter (um 1640–1702) handeln (vgl. Franze, Der Hofglasschneider, 2017, Abb. 18a+b, 20a, 21, 22, 23c; Schmidt, Brandenburgische Gläser, 1914, Taf. 5). Das zugehörige Gefäß ist Verlust. Es dürfte die Dekorelemente korrespondierend gespiegelt haben. [Verena Wasmuth]
MAKR

Letzte Aktualisierung: 22.06.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa