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Deckel für einen monumentalen Pokal

Ident. Nr.: Id 858

ObjID: obj:3288462

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Potsdamer Glashütte (1674–1736),
Glashütte
Datierung
Ausführung: um 1730
Geografische Bezüge
faktischer Entstehungsort: Potsdam
Abmessungen
Höhe x Durchmesser: 19 x 16,1 cm
Durchmesser: 14,1 cm (Auflegerand)
Wandstärke: 0,4 cm

Objektbeschreibung

Deckel eines Pokals aus dickwandigem, farblosem Glas, geblänkte Perlborte am Rand, die ansteigende Schulter ist mit einem versenkten und mattierten Spitzblattfries dekoriert. Der angesetzte massive Balusterknauf ist sehr hoch und mit Wabenfacettierung sowie drei übereinanderliegenden Kränzen aus eingestochenen Luftblasen verziert. Formal datiert der qualitative Deckel in die Zeit um 1730 und ist der Potsdamer Manufaktur zuzuschreiben (Schmidt, Brandenburgische Gläser, 1914, Taf. 30.2+3, 31.1). Aufgrund seiner Maße ist davon auszugehen, dass er zu einem monumentalen Pokal mit einer Gesamthöhe von mindestens 45 cm gehört hat (vgl. Götzmann/Kaiser, Gläserne Welten, 2017, Kat. 61, S. 60, 126, 127). Das zugehörige Gefäß ist nicht dokumentiert. Seine Schaftgestaltung wird den Knauf des Deckels gespiegelt haben, der Spitzblattdekor dürfte am Fuß sowie am Kuppansatz zu finden sein. [Verena Wasmuth]
MAKR

Letzte Aktualisierung: 22.06.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa