Vase mit "pâte-sur-pâte"-Dekor auf Holzsockel
Ident. Nr.: 1867,146
ObjID: obj:3312677
n/a
Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- Ausführung: 1866/67
- Geografische Bezüge
- Material / Technik
- Porzellan mit "pâte-sur-pâte" Dekor, Holz
- Abmessungen
- Höhe: 41 cm (Gesamt)Breite: 21 cm (maximal, Holzgestell)
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/3312677
Objektbeschreibung
Schlichter Korpus, nach unten spitz zulaufend, in einem Holzgestell montiert. Dieses besteht aus drei geschnitzten Drachenköpfen, die in Ranken und unten Tiertatzen übergehen. Die Vase hat eine seladongrüne Glasur, darauf auf der Schauseite ein feines Relief aus weißer "pâte-sur-pâte"-Malerei. Dargestellt ist eine schwebende junge Frau mit Blumengebinde in den Händen, deren Schleiergewand und Hochsteckfrisur im Wind flattern. Sie geht auf eine Wanddekoration der Vier Jahreszeiten (Frühling) von Pierre-Paul Prud'ohn aus dem Jahr 1800 für das Schloss Malmaison der Kaiserin Joséphine zurück, die grafisch reproduziert wurde. Die "pâte-sur-pâte"-Technik wurde erstmals in der Staatlichen Porzellanmanufaktur von Sèvres angewandt: Mit dem Pinsel werden mehrere zarte Schichten von Porzellan auf den gefärbten Untergrund aufgetragen. // Die Komposition verknüpft klassizistisch-französische mit chinesischen Inspirationen (Seladonglasur und hölzerner Drachensockel), ein Stilmélange, wie es für die Zeit des späten Historismus an der Schwelle zum Art Nouveau charakteristisch ist. // Die Firma Gibus & Cie in Limoges war unter anderem für die pâte-sur-pâte-Dekore bekannt und stellte auf den Weltausstellung (z.B. London 1862, Paris 1867) aus. Im Inventar des Kunstgewerbemuseums von 1867 ist zwar lediglich "Limoges, Frankreich, 1867" notiert, jedoch wurde im selben Jahr ein Teller mit "pâte-sur-pâte" Dekor auf grüner Glasur mit einer Flötenbläserin und braun-blauen Verzierungen, erworben, bei dem als Firma "Gibus & Cie" angegeben ist (Inv. Nr. 1867,145, verschollen). Eine Marke ist durch die Montierung nicht zu erkennen, die Vase kann aber "Gibus & Cie" zugeschrieben werden. Die Entwerfer könnten Alpinien Margaine oder F.Peyrat gewesen sein. // ClKa
Letzte Aktualisierung: 10.12.2025
Kontakt
Einrichtung:
Kunstgewerbemuseum
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