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Kopftuch (Schamija, Шамија)

Ident. Nr.: II B 4638

ObjID: obj:3476627

Details (Expert)

Beteiligte
Gustav Adolf Küppers-Sonnenberg (1894-1978),
Sammler*in
Geografische Bezüge
Material / Technik
Kunstseide, Baumwolle
Abmessungen
Länge x Breite: 92 x 94 cm

Objektbeschreibung

Kopftuch, schwarz, mit weißer Kante und Metallplättchen besetzt; geknüpfte schwarze Seidenfransen.

Während der osmanischen Herrschaft wurden Tücher wie dieses Bestandteil v.a. im heutigen Nordmazedonien sowie in südlichen Gebieten von Serbien zum Teil dörflicher und städtischer Kleidung. Sie waren in einer Vielzahl von Farben erhältlich und unterschiedlich verziert. Als Zeichen der Trauer wird bis heute vor allem in ländlichen Gegenden ein schwarzes Tuch getragen.

Während der osmanischen Herrschaft in Serbien und Mazedonien wurden Tücher wie dieses Bestandteil dörflicher und städtischer Kleidung im heutigen Serbien und Nordmazedonien. Sie waren in einer Vielzahl von Farben erhältlich und unterschiedlich verziert. Als Zeichen der Trauer wird bis heute vor allem in ländlichen Gegenden ein schwarzes Tuch getragen.

Das Objekt war Teil einer Tracht, die vom Sammler G.A. Küppers bei seiner 5. Sammelreise durch Südosteuropa auf einem Markt in Kriva Palanka im heutigen Nordmazedonien "zusammengesammelt" wurde. Küppers Tochter, die ihn auf der Reise begleitete, notierte in ihrem Reisetagebuch: „Keine Königin kann jemals schöner bekleidet gewesen sein als die Frauen in ihren bunten Trachten.“; der Ort war „wirklich mit echtem Volkstum und –Bräuchen ausgefüllt“, und dennoch mache sich auch hier „die Seuche der Gummiopanken“ breit, die auch auf dem Markt „zu hunderten verkauft“ wurden, dass „einem das Herz wehtat“; „in Eile sammelten wir eine komplette Tracht fürs Museum zusammen.“

 Der Sammler G.A. Küppers war u.a. im Auftrag der Abt. "Eurasien" (später Abt. "Europa") des damaligen Museums für Völkerkunde unterwegs. An mehreren Orten nahm er auch Wachswalzen für die Phonogrammabteilung des Museums auf. Zudem betätigte er sich im Zeichen der nationalsozialistischen Rassenpolitik: Für das Kaiser-Wilhelm-Institut für Anthropologie, menschliche Erblehre und Eugenik fertigte er in vielen Dörfern Fingerabdrücke der Bewohner*innen an. Zudem machte er Portraitaufnahmen, die die vermeintlich typischen Physiognomien der Menschen zeigten und taxierten.

Ein Hintergrund der Sammlungstätigkeit von Küppers war die Industrialisierung und Urbanisierung der Staaten Südosteuropas und die mit ihr einhergehende soziale und kulturelle Differenzierung. Eine wesentliche Motivation von Küppers bestand in der Dokumentation eines vor dem Aussterben stehenden bäuerlichen und dörflichen Zusammenlebens mitsamt seiner materiellen Kultur.




Letzte Aktualisierung: 12.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Museum Europäischer Kulturen

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