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Gürtelschloss (Pafti), zwei Teile

Ident. Nr.: II B 4643 a-b

ObjID: obj:3476649

Details (Expert)

Beteiligte
Gustav Adolf Küppers-Sonnenberg (1894-1978),
Sammler*in
Geografische Bezüge
Material / Technik
Silber, getrieben
Abmessungen
Länge x Breite: 20 x 11 cm

Objektbeschreibung

Gürtelschnalle aus Silber, bestehend aus zwei Teilen; reich verziert, u.a. mit floralen Elementen und drei farbigen Steinchen.

Solche Gürtelschnallen waren verheirateten Frauen vorbehalten bzw. dienten sie vielerorts als Brautschmuck.

Das Objekt war Teil einer Tracht, die vom Sammler G.A. Küppers bei seiner 5. Sammelreise durch Südosteuropa auf einem Markt in Kriva Palanka im heutigen Nordmazedonien "zusammengesammelt" wurde. Küppers Tochter, die ihn auf der Reise begleitete, notierte in ihrem Reisetagebuch: „Keine Königin kann jemals schöner bekleidet gewesen sein als die Frauen in ihren bunten Trachten.“; der Ort war „wirklich mit echtem Volkstum und –Bräuchen ausgefüllt“, und dennoch mache sich auch hier „die Seuche der Gummiopanken“ breit, die auch auf dem Markt „zu hunderten verkauft“ wurden, dass „einem das Herz wehtat“; „in Eile sammelten wir eine komplette Tracht fürs Museum zusammen.“

 Der Sammler G.A. Küppers war u.a. im Auftrag der Abt. "Eurasien" (später Abt. "Europa") des damaligen Museums für Völkerkunde unterwegs. An mehreren Orten nahm er auch Wachswalzen für die Phonogrammabteilung des Museums auf. Zudem betätigte er sich im Zeichen der nationalsozialistischen Rassenpolitik: Für das Kaiser-Wilhelm-Institut für Anthropologie, menschliche Erblehre und Eugenik fertigte er in vielen Dörfern Fingerabdrücke der Bewohner*innen an. Zudem machte er Portraitaufnahmen, die die vermeintlich typischen Physiognomien der Menschen zeigten und taxierten.

Ein Hintergrund der Sammlungstätigkeit von Küppers war die Industrialisierung und Urbanisierung der Staaten Südosteuropas und die mit ihr einhergehende soziale und kulturelle Differenzierung. Eine wesentliche Motivation von Küppers bestand in der Dokumentation eines vor dem Aussterben stehenden bäuerlichen und dörflichen Zusammenlebens mitsamt seiner materiellen Kultur.

Letzte Aktualisierung: 12.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Museum Europäischer Kulturen

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Anno 1818. Seynd wir durch die Vorbitt der Gnaden Mutter in der Steinfelsen von der Augenscheinlichen Todesgefahr, die zu Mamminger Isar Prüken erfolgten stürzung, getrohet hat, gerettet worten. Zur danksagung hat dise Dafel Simann Gigisreiter 1/4 bauer in buebach, und desen Eweib Maria Anna geopfert!

Anno 1818. Seynd wir durch die Vorbitt der Gnaden Mutter in der Steinfelsen von der Augenscheinlichen Todesgefahr, die zu Mamminger Isar Prüken erfolgten stürzung, getrohet hat, gerettet worten. Zur danksagung hat dise Dafel Simann Gigisreiter 1/4 bauer in buebach, und desen Eweib Maria Anna geopfert!

Querformat. Oben in der Mitte auf Wolkenkissen Maria Hilf. Dunkler Himmel, im Hintergrund Bäume. Im Vordergrund ein Fluss, links geschwungener Holzsteg, aus dem ein Stück fehlt. Im Fluss schwimmend Fuder mit zwei Pferden bespannt, Frau, Mann auf Holzstück und Kind, sich an einem Brückenpfahl haltend. Rechts am Ufer festgemacht, wohl Schiffsmühle. Unter der Darstellung Schriftband: Anno 1818. Seynd wir durch die Vorbitt der Gnaden Mutter in der Steinfelsen von der Augenscheinlichen Todesgefahr, die zu Mamminger Isar Prüken erfolgten stürzung, getrohet hat, gerettet worten. Zur danksagung hat dise Dafel Simann Gigisreiter 1/4 bauer in buebach, und desen Eweib Maria Anna geopfert!Durch die untere Häfte dieses Votivbildes schimmert ein Älteres durch. Man erkennt vor einem großen Hause einen bespannten Wagen mit zwei Männern. Am rechten Rand: 1786 EXVOTO (?)Die Votivtafel wurde im August 1968 in Gemäldegalerie gerönt und infrarot aufgenommen. Wagen von links mit 2 Pferden und Reiter stößt gegen den mit 4 Pferden bespannten Heuwagen. (?) Reiter des Sattelpferdes blickt zurück zu einem Mann, der vor die Hinterräder gefallen ist. Auf Hausgiebel kleine stehende Muttergottes. Druch die Aufnahme die Lesung der Inschrift bestätigt.