Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1939–1939
- Geografische Bezüge
- Material / Technik
- Silbergelantineabzug, auf Karton kaschiert
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 10,6 x 7,7 cmHöhe x Breite: Karton: 21 x 15 cm
- Erwerbung
- Gustav Adolf Küppers-Sonnenberg
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/3500638
Objektbeschreibung
Ein auf mehreren Brettern aufgesetzter Holzpflug; verm. fehlen die Räder. Bei der den Pflug haltenden Person könnte es sich um den Sohn des Sammlers, Reinhart Küppers, handeln.
Der bis ins 20. Jahrhundert in weiten Teilen Südosteuropas genutzte leichte Holzpflug mit symmetrischer Schar wurde im Bulgarischen und Serbischen/Kroatischen/Bosnischen "ralo" genannt und wurde auch bis in hohe Gebirgslagen genutzt. Diese wurden von lokalen Stellmachern und Schmieden hergestellt. Fabrikmäßig hergestellte Teile und schwere Pflüge aus Eisen hielten in Bulgarien und den südlichen Gegenden des ehem. Jugoslawiens erst im frühen 20. Jahrhundert Einzug und verdrängten das "ralo" vollständig. Dies geschah jedoch nicht schlagartig, sondern graduell hielten diese und adere Innovationen Einfluss in die Landwirtschaft, wobei Wissen und Materialien in der Regel nicht von allen, nicht plötzlich und nicht 1:1 übernommen wurden, sondern zumeist zunächst von einigen wenigen angeeignet und dann von immer mehr Menschen kopiert und adaptiert wurden.
In den habsburgischen Gebieten im heutigen Kroatien und dem nördlichen Serbien setzte diese produktivitätssteigernde Entwicklung - vergleichbar mit den deutschen Gebieten - schon im mittleren 19. Jahrhundert und damit deutlich früher ein.
Gustav-Adolf Küppers-Sonnenberg sammelte und fotografierte bei insgesamt fünf Reisen durch Südosteuropa. Er war u.a. im Auftrag der Abt. "Eurasien" (später Abt. "Europa") des damaligen Museums für Völkerkunde unterwegs. An mehreren Orten nahm er auch Wachswalzen für die Phonogrammabteilung des Museums auf. Zudem betätigte er sich im Zeichen der nationalsozialistischen Rassenpolitik: Für das Kaiser-Wilhelm-Institut für Anthropologie, menschliche Erblehre und Eugenik fertigte er in vielen Dörfern Fingerabdrücke der Bewohner*innen an. Zudem machte er Portraitaufnahmen, die die vermeintlich typischen Physiognomien der Menschen zeigten und taxierten.
Letzte Aktualisierung: 12.12.2025
Kontakt
Einrichtung:
Museum Europäischer Kulturen
E-Mail:
mek@smb.spk-berlin.de