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Mädchen

Ident. Nr.: VIII Eu 3576

ObjID: obj:3500648

Details (Expert)

Beteiligte
Gustav Adolf Küppers-Sonnenberg (1894-1978),
Fotograf*in
Datierung
1939–1939
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite: 10,6 x 7,7 cm
Höhe x Breite: Karton: 21 x 15 cm
Erwerbung
Gustav Adolf Küppers-Sonnenberg

Objektbeschreibung

Aufnahme eines Mädchens aus der Roma-Minderheit, wie die urspr. Bezeichnung des Bildes in den Museumsakten nahelegt.

Roma sind bis heute eine der größten Minderheiten im heutigen Nordmazedonien. Die Mehrheit der Roma in Mazedonien ist islamisch-sunnitischen Glaubens. 

Im Zweiten Weltkrieg war der größte Teil des Landes von Bulgarien besetzt. Die Roma waren - anders als in den von der Wehrmacht besetzten Regionen zwar nicht in Konzentrationslager deportiert, waren jedoch vielfältigen rassistischen Diskriminierungen ausgesetzt.

Gustav-Adolf Küppers-Sonnenberg sammelte und fotografierte bei insgesamt fünf Reisen durch Südosteuropa. Er war u.a. im Auftrag der Abt. "Eurasien" (später Abt. "Europa") des damaligen Museums für Völkerkunde unterwegs. An mehreren Orten nahm er auch Wachswalzen für die Phonogrammabteilung des Museums auf. Zudem betätigte er sich im Zeichen der nationalsozialistischen Rassenpolitik: Für das Kaiser-Wilhelm-Institut für Anthropologie, menschliche Erblehre und Eugenik fertigte er in vielen Dörfern Fingerabdrücke der Bewohner*innen an. Zudem machte er Portraitaufnahmen, die die vermeintlich typischen Physiognomien der Menschen zeigten und taxierten. Diese veröffentlichte er auch in nationalsozialistischen Periodika, wie "Volk und Rasse". Aufnahmen von Menschen während der Festivitäten in Panitscharewo, finden sich auch in: Karl C. von Loesch, Wilhelm E. Mühlmann, Die Völker und Rassen Südosteuropas, Prag 1943, S. 76.  


Ein Hintergrund der Sammlungstätigkeit von Küppers war die Industrialisierung und Urbanisierung der Staaten Südosteuropas und die mit ihr einhergehende soziale und kulturelle Differenzierung. In der Landwirtschaft wurden in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zunehmend Maschinen und Technisierung eingeführt, die die vorherigen Verfahren und Instrumente ablösten. Eine wesentliche Motivation von Küppers bestand in der Dokumentation eines - seiner Meinung nach - dem Aussterben geweihten bäuerlichen und dörflichen Zusammenlebens mitsamt seiner materiellen Kultur.

Letzte Aktualisierung: 12.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Museum Europäischer Kulturen

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