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Kapitel "Di diversi artefici fiamminghi" ("Von verschiedenen flämischen Künstlern") mit der Würdigung Maarten van Heemskercks, in: "Vite de più eccellenti architetti, pittori, et scultori italiani", Bd. 3, S. 858-859

Ident. Nr.: Lex VASA 3,1 1568 Rara, S. 858-859

ObjID: obj:3503464

Details (Expert)

Beteiligte
Giorgio Vasari (1511-1574),
Autor*in
Datierung
Herstellung: 1568
Systematik/Art
Geografische Bezüge
Entstehungsort stilistisch: Italien
Provenienz
Benoni Fridländer (1773-1858),
348050
Material / Technik
Typendruck
Abmessungen
Blattmaß: 23,0 x 34,0 cm (aufgeschlagen)
Erwerbung
Bis 1858 aus der Sammlung von Benoni Friedländer, Berlin, erworben

Objektbeschreibung

Giorgio Vasari berührt die Vita Van Heemskercks in verschiedenen Kapiteln seiner berühmten Lebensbeschreibungen, so in den Abschnitten zu Marcantonio Raimoni und Battista Franco sowie in einem Kapitel, das Informationen über niederländische Künstler zusammenfasst. Er zählt etliche Druckgraphiken des Künstlers auf und lobt ihn als wunderbaren Erfinder von Geschichten sowie guten Maler von Figuren und Landschaften. Er sei besonders empfänglich für die italienische maniera gewesen.

Letzte Aktualisierung: 24.08.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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Jacob van Ruisdael gilt als der bedeutendste niederländische Landschaftsmaler, eine Gattung, die in kunsttheoretischen Schriften keinen hohen Rang einnahm.Nur eine weitere Ansicht Rhenens durch van Ruisdael ist erhalten (St. Petersburg); sie zeigt die Stadt aus entgegengesetzter Richtung. Beide müssen auf der Reise nach Bentheim entstanden sein, die der Künstler 1650/1653 unternahm. Das beliebte Motiv des Turmes der Cunera-Kirche als mächtigem, die Landschaft beherrschenden Kennzeichen, wird durch van Ruisdael auf die Spitze getrieben, indem er einen Blickwinkel wählt, der den Baublock der Kirche selbst hinter dem Turm verschwinden läßt, während von dem benachbarten großen Palast, den Friedrich V. von der Pfalz, der sogenannte Winterkönig, sich hier im Exil von Bartholomeus van Bässen hatte bauen lassen, nur die Dächer zu sehen sind. So kann der Kirchturm, in dessen Schatten sich der ganze Ort zu ducken scheint, bei van Ruisdael zum Angelpunkt einer asymmetrischen, aber wohlbalancierten Komposition werden. Dynamik entsteht durch die von links vorn nach rechts hinten schwingende Linie von Weg und Ufer, während die mit großer Leichtigkeit auf das Blatt gesetzten Wolken ein raffiniertes Gegengewicht zu dem aus der Mitte gerückten Turm bilden. (Um so schmerzlicher stört die übergroße Besitzermarke des Zaren.)Typisch für van Ruisdael ist die spürbare Distanziertheit vom Gegenstand, z.B. das Fehlen menschlicher Figuren, die der Darstellung einen Ernst, ja eine Strenge verleiht, die bei anderen holländischen Landschaftern selten zu finden sind.Text: Gero Seelig in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 222, Kat. IV.75 (mit weiterer Literatur)