Die Braut kommt unter die Kappe und versucht sie mit dem Kopf abzuschlagen
Ident. Nr.: VIII Eu 3602
ObjID: obj:3547477
Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1939–1939
- Geografische Bezüge
- Material / Technik
- Silbergelantineabzug, auf Karton kaschiert
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 10,6 x 7,7 cmHöhe x Breite: Karton: 21 x 15 cm
- Erwerbung
- Gustav Adolf Küppers-Sonnenberg
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/3547477
Objektbeschreibung
Der Sammler Gustav-Adolf Küppers war bei mehreren Sammelreisen durch Südosteuropa (1935-1939) insg. drei Mal in Galicnik, wo er die mehrtägigen Hochzeitsbräuche intensiv beobachtete und fotografisch dokumentierte (vgl. u.a. seinen Aufsatz "Die Hochzeiten zu Gallitschnik in Mazedonien" (Zeitschrift für Ethnologie 73,6 [1941]).
Zu sehen ist hier die verschleierte Braut, über deren Kopf eine Kappe/Fez gehalten wird.
Der Sammler Küppers beschrieb die Initiationsrituale bei Einzug der zukünftigen Braut ins Haus des Bräutigams in seinem Aufsatz zum Thema (s. lange Beschreibung). Hierzu schrieb er: "Auch diese Handlung ist von einer Reihe symbolischer Szenen umrahmt. Zunächst versucht der Pferdeführer der Braut eine Kappe aufzustülpen. Die Braut wirft dreimal die Kappe ab. Sie erhält darauf drei Schläge mit einem Pferdegeschirr, zum Zeichen, daß sie in die Gewalt des Bräutigams gegeben ist. Auch hiergegen wehrt sie sich. Am Haus angekommen, wird sie vom Pferd gehoben. Sie darf beim Überschreiten der Schwelle nicht stolpern." (349)
Bis heute wird in Galicnik, im Westen Nordmazedoniens das traditionelle, fünf Tage andauernde Hochzeitsfest gefeiert. Heute nahezu vollständig entvölkert, war die Region schon zu Küppers Zeit stark von Migration geprägt. Zum Teil lebten die Teilnehmenden der Hochzeit im Ausland und kamen nur für die Hochzeitsfeierlichkeit zurück.
Küppers Tochter Heimtraut beschrieb die Feierlichkeiten in ihrem Tagebuch (Sammlung MEK) im Eintrag vom 12.7.1939, wo u.a. auch deutlich wird, dass es sich schon zu dieser Zeit um eine von vielen Reportern und Journalisten besuchte Veranstaltung handelte.
Unter anderem beschreibt sie, dass sie für eine von Küppers Fotoserien über die Brautkleider als Fotomodell diente.
Letzte Aktualisierung: 12.12.2025
Kontakt
Einrichtung:
Museum Europäischer Kulturen
E-Mail:
mek@smb.spk-berlin.de