Logo

Ident. Nr.: N (74 F) 65/2024

ObjID: obj:3627545

Details (Expert)

Datierung
1900
Geografische Bezüge
Material / Technik
Ferrotypie, Blech
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 8,3 x 6 x 0,2 cm
Gewicht: 10 g

Objektbeschreibung

Hochformat, Unikat. Gruppenporträt, das fünf Männer zeigt. Zwei junge Männer sitzend im unteren Bildausschnitt, der linke trägt ein weißes Hemd sowie eine Jacke mit breitem Kragen und ein Hut, er blickt direkt ins Objektiv. Zu seiner rechten ein junger Mann, der leicht lacht und ebenfalls ins Objektiv schaut. Er trägt ein weißes Hemd, ein schwarzes Jackett, eine schwarze Fliege  sowie einen Hut. Hinter ihnen stehend mittig der Kopf eines Mannes (das Gesicht ist nicht (mehr) zu erkennen), ebenfalls mit Hut. Links und rechts von ihm jeweils ein Mann, beide in Uniform mit passenden Mützen. Der Hintergrund ist nicht zu erkenne.  Die Fotografie wird umrahmt von einem in der Höhe abgesetzten Rand, auf dem sich rote Ornamentik vor schwarzem Untergrund abhebt.
Auf der Rückseite aufgedruckt ist eine Darstellung des Bosco-Automaten sowie die Darstellung einer Frau, die gerade vor dem Automaten eine Aufnahme von sich macht, daneben leicht im Hintergrund ein Herr, der de Mechanik des Automaten auslöst.  Darüber der Schriftzug „D .R. Patent.“. Rechts neben der Darstellung die Aufschrift „Photographie Automat. Automate photographique. Photographic automate. Bosco. Autómata fotografica. Fotografisk automat. Automato fotografico.“ Auf dem Rand aufgedruckt (im Uhrzeigersinn): „Erfinder und alleiniger Fabrikant  - Conrad Bernitt, Hamburg – Automatisch hergestellt. – in 3 Minuten.“

Bosco-Ferrotypien sind eine frühe Form der Automatenfotografie. Dies war möglich, da der Bildträger – das mit Lack beschichtete Eisenblech -  durch die Mulde gleichzeitig als Wanne für die Entwicklungs- und Fixierflüssigkeit diente. Die Bleche befanden sich in einem vom Hamburger Conrad Bernitt erfundenen und 1890 zum Patent angemeldeten Automaten. Durch Zahnräder wurde das Plättchen nach dem Belichten weitertransportiert. Die Entwicklung der Fotografie dauerte circa 3 Minuten, wobei das Plättchen im Anschluss noch trocknen musste. Solche Automaten waren um 1900 auf Jahrmärkten oder anderen Vergnügungsorten wie dem Münchner Löwenbräu-Keller beliebt. Der Erfinder Conrad Bernitt gab dem Automaten den Namen „Bosco“ und spielte damit auf den Zauberkünstler Bartolomeo Bosco an, der aus Italien stammend in ganz Europa (und in seiner Wahlheimat Dresden) bekannt war. Über die dargestellten Personen und die Herkunft der hier vorliegenden Bosco-Ferrotypie ist nichts bekannt. Die Umverpackung aus Pappe, in welcher die Bosco-Ferrotypie geschützt transportiert werden konnte, ist nicht erhalten.

Der mehrsprachige Aufdruck auf der Rückseite verweist darauf, dass der patentierte Fotoautomat in ganz Europa genutzt wurde.

Letzte Aktualisierung: 29.06.2026

Kontakt

Einrichtung:

Museum Europäischer Kulturen

Weitere Objekte aus den Sammlungen