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Haube

Ident. Nr.: II B 682

ObjID: obj:3654458

Details (Expert)

Beteiligte
Gustav Adolf Küppers-Sonnenberg (1894-1978),
Sammler*in
Geografische Bezüge
Serbien,
Land
Material / Technik

Objektbeschreibung

Weißer Stoff mit aufgenähten blau/roten Stickereien und Goldborten. Abgebildet ist die Rückseite der Haube, die vorne mit zwei Bändern unterm Kinn festgebunden werden kann.

Der Sammler Gustav-Adolf Küppers erwarb das Objekt im Jahr 1935 auf der ersten von insgesamt fünf Reisen nach Südosteuropa. Intensiv bereiste er hier die Vojodina im Norden Serbiens, wo er u.a. die materielle Kultur der Šokci (veralt./dt. "Schokatzen") sammelte. 
Šokci sind bis heute als kulturelle Minderheit in Kroatien, Ungarn und Serbien vertreten, wobei sie in Serbien auch noch heute einen Status als Minderheit haben. Während sich im späten 19. Jahrhundert noch über 20.000 Personen als Šokci bezeichneten, sind es heute nur noch einige hundert.

Küppers interessierte sich bei seiner Sammlung insbesondere für die historische Herkunft der Šokci, wobei er dies verknüpfte mit rassistischen Mutmaßungen über ihre Verwandtschaftsbeziehungen zu den Germanen während der Völkerwanderungen. Der Erwerb der materiellen Kultur war davon nicht losgelöst, sondern sollte die  rassenbiologischen Theorien zur Herkunft der Šokci bekräftigen. Ausführlich legte Küppers sie dar, in: Gustav-Adolf Küppers, Die Schokatzen der Batschka und der Baranya. In: Volk und Rasse 13, 3 (1938), S. 77–84.

In einem seiner Texte schildert Küppers retrospektiv, dass der chronische Geldmangel bei den Sammlungsreisen ein wesentlicher Grund für das lange Verweilen in der Vojvodina gewesen sei. Hier habe er u.a. auch einen Auftrag des Deutschen Volksblattes im heutigen Novi Sad gehabt, für das er ausgiebig die deutschen Gemeinden bereist und Fotos für einen Kalender gemacht habe. Mit diesem Geld konnte er dann die „Museumseinkäufe“ bei den Šokci finanzieren, vgl. Gustav-Adolf Küppers, Völkerkundlicher Streifzug durch die Dobrudscha, Jahrbuch der Dobrudschadeutschen 1959, 1960, 1962, 1963, 1965 (online unter: http://www.dobrudscha.eu/doc/Jahrbuch/1959_183.pdf), S. 6.

Letzte Aktualisierung: 12.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Museum Europäischer Kulturen

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Anna Valtermayrin von Sollach wurde von zweyen Lauffenten Pferdten hinwech geworffen, Und Maria ihre Tochter von einen hoch-geladnen fueder herunder gestosßen. Weillen sie nun in so augensheinliher Leebens, gefahr imerdar zu Mariam nach Hehenkirchen Umb hilff gerueffen, seint sie bayde durch die mechtige vorbitt Mariä recht wunderbahrlich beym Leeben Und gesundheit erhalten worden. gott und Mariä sey eviger Danckgesagt, anno 1754.

Anna Valtermayrin von Sollach wurde von zweyen Lauffenten Pferdten hinwech geworffen, Und Maria ihre Tochter von einen hoch-geladnen fueder herunder gestosßen. Weillen sie nun in so augensheinliher Leebens, gefahr imerdar zu Mariam nach Hehenkirchen Umb hilff gerueffen, seint sie bayde durch die mechtige vorbitt Mariä recht wunderbahrlich beym Leeben Und gesundheit erhalten worden. gott und Mariä sey eviger Danckgesagt, anno 1754.

Querformat. Rechts oben rotgesäumtes Lichtloch, auf Wolkenkissen stehend Mutter Gottes, auf der Rechten das Kind, auf der Linken Traube. Von ihr je ein Strahl zu den beiden Verunglückten. Im Hintergrund Baumgruppen, beiderseits eine Kapelle. Im Mittelpunkt ein gezäunter Weg. Auf diesem hält eine Karosse mit zwei Schimmeln und Kutscher, die beiden Fahrgäste als Zuschauer am Zaun. Im Vordergrund Grasfuder mit zwei durchgehenden Pferden. Vom Wagen stürzt ein Mädchen, neben den Pferden liegt eine Frau. Rechts vom Wagen der aufstakende Bauer. Unter der Darstellung breites Schriftband, weiß, beiderseits rot endend: "Anna Valtermayrin von Sollach wurde von zweyen Lauffenten Pferdten hinwech geworffen, Und Maria ihre Tochter von einen hoch-geladnen fueder herunder gestosßen. Weillen sie nun in so augensheinliher Leebens, gefahr imerdar zu Mariam nach Hehenkirchen Umb hilff gerueffen, seint sie bayde durch die mechtige vorbitt Mariä recht wunderbahrlich beym Leeben Und gesundheit erhalten worden. gott und Mariä sey eviger Danckgesagt, anno 1754."

Anno 1818. Seynd wir durch die Vorbitt der Gnaden Mutter in der Steinfelsen von der Augenscheinlichen Todesgefahr, die zu Mamminger Isar Prüken erfolgten stürzung, getrohet hat, gerettet worten. Zur danksagung hat dise Dafel Simann Gigisreiter 1/4 bauer in buebach, und desen Eweib Maria Anna geopfert!

Anno 1818. Seynd wir durch die Vorbitt der Gnaden Mutter in der Steinfelsen von der Augenscheinlichen Todesgefahr, die zu Mamminger Isar Prüken erfolgten stürzung, getrohet hat, gerettet worten. Zur danksagung hat dise Dafel Simann Gigisreiter 1/4 bauer in buebach, und desen Eweib Maria Anna geopfert!

Querformat. Oben in der Mitte auf Wolkenkissen Maria Hilf. Dunkler Himmel, im Hintergrund Bäume. Im Vordergrund ein Fluss, links geschwungener Holzsteg, aus dem ein Stück fehlt. Im Fluss schwimmend Fuder mit zwei Pferden bespannt, Frau, Mann auf Holzstück und Kind, sich an einem Brückenpfahl haltend. Rechts am Ufer festgemacht, wohl Schiffsmühle. Unter der Darstellung Schriftband: Anno 1818. Seynd wir durch die Vorbitt der Gnaden Mutter in der Steinfelsen von der Augenscheinlichen Todesgefahr, die zu Mamminger Isar Prüken erfolgten stürzung, getrohet hat, gerettet worten. Zur danksagung hat dise Dafel Simann Gigisreiter 1/4 bauer in buebach, und desen Eweib Maria Anna geopfert!Durch die untere Häfte dieses Votivbildes schimmert ein Älteres durch. Man erkennt vor einem großen Hause einen bespannten Wagen mit zwei Männern. Am rechten Rand: 1786 EXVOTO (?)Die Votivtafel wurde im August 1968 in Gemäldegalerie gerönt und infrarot aufgenommen. Wagen von links mit 2 Pferden und Reiter stößt gegen den mit 4 Pferden bespannten Heuwagen. (?) Reiter des Sattelpferdes blickt zurück zu einem Mann, der vor die Hinterräder gefallen ist. Auf Hausgiebel kleine stehende Muttergottes. Druch die Aufnahme die Lesung der Inschrift bestätigt.