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Mokkabrauner Mantel

Ident. Nr.: 2005,UR 103 b

ObjID: obj:3680506

Details (Expert)

Beteiligte
Entwurf: Uli Richter (1926 - 2021)
Rut Brandt (10.1.1920 - 28.7.2006),
Besitzerin
Datierung
Frühjahr/Sommer 1972
Geografische Bezüge
Abmessungen
Länge: 152 cm SW 167 cm

Objektbeschreibung

Langärmliges Abendkleid im Empirestil, Modell "Rom". Das Kleid aus Crêpe Georgette hat ein trapezförmiges Dekolleté, darunter eine aus Satinband gebundene, gleichfarbige Schleife. Die Ärmel sind eingesetzt und laufen zum Handgelenk hin schmal zusammen. Dort werden sie jeweils mit fünf kleinen, stoffbezogenen Knöpfen und Schlaufen geschlossen. Der Dreibahnenrock setzt an der erhöhten Taillennaht mit kleinen Fältchen an. Die Ansatznaht wird vom Schleifenband verdeckt. Im Gegensatz zum Kleid ist der dazugehörige schmale Mantel im sportlichen Hemdblusenstil geschnitten. Er wird hoch geknöpft und hat den zeittypischen, spitz zulaufenden Umlegekragen. Die geraden Vorder- und Rückbahnen des Mantels setzen leicht gekraust an der Schulterpasse an. Drei aufgesetzte Taschen komplettieren das Bild. Das Ensemble wurde 1972 für einen Staatsempfang im Pariser Elyséepalast gefertigt. Rut Brandt trug das Abendkleid auch im April 1972 anlässlich eines Empfangs der Deutschen Botschaft in London.
Publiziert in Katalog: Uli Richter. Eine Berliner Modegeschichte, Kat. Nr. 52, S.218, Berlin, 2007. CW/GK

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Pokal mit Genien und Schraubfuß

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Pokal aus farblosem Glas, der Fuß ist separat gefertigt und kann mittels eines tiefgeschnittenen Gewindes in den massiven Schaft eingeschraubt werden. Er ist am Fußrand mit umlaufenden Bögen in Schälschliff sowie einem versenkten und mattierten Spitzblattdekor verziert. Der Baluster des Massivschafts trägt einen Rundbogenfries, der Ansatz der becherförmigen, hohen Kuppa wiederholt den Spitzblattdekor, am Mündungsrand finden sich erneut Bögen in Schälschliff. Auf der Kuppawandung ist umlaufend in Tiefschnitt ein Reigen aus musizierenden Kinderbacchanten dargestellt. Aufgrund der fortgeschrittenen Glaskrankheit des oberen Pokalteils sind sie trotz des tief reliefierten Schnitts nur bei genauer Betrachtung erkennbar, feine Details wie die Gesichtszüge und dekorative Blumen oder Früchte verschwinden nahezu in dem Weiß. Ein Teil des Gewindes am Schaftende ist bereits weggebrochen. Der Fuß weist lediglich beginnende Zeichen der Glaskrankheit auf. Die Kombination aus Sujet und Dekorelementen auf dem Pokal spricht für eine Zuschreibung an die Werkstatt Gottfried Spillers (um 1663–vor 1728) und dürfte in die frühen Jahre des 18. Jahrhunderts datieren. Pokale aus zwei verschraubten Teilen gehören zu den seltensten Erzeugnissen der barocken Glaskunst. Man nimmt einerseits an, dass sie wegen ihrer raumsparenden Transportmöglichkeit geschätzt waren. Zum anderen rief sicherlich die technische Virtuosität ihrer Herstellung Bewunderung und Anerkennung hervor und brachte dem Eigentümer Prestige. Dieser Pokal ist der einzig überlieferte, der zweifelsfrei der Potsdamer Glashütte zugeschrieben werden kann. Ungewöhnlich ist hier, dass die Verschraubung nicht direkt unterhalb der Kuppa, sondern am Fuß positioniert ist (Dank an Wieland Kramer für diesen freundlichen Hinweis): Es ist gut denkbar, dass der Fuß nachträglich ergänzt wurde, indem einem Pokal mit Steckverbindung – ähnlich einem anderen Pokal im Bestand des KGM (Inv.-Nr. O-1964,46) – ein Gewinde eingeschliffen wurde. [Verena Wasmuth]MAKR