Logo

Spinnrocken (preslica)

Ident. Nr.: II B 4534

ObjID: obj:3690499

Details (Expert)

Beteiligte
Gustav Adolf Küppers-Sonnenberg (1894-1978),
Sammler*in
Geografische Bezüge
Kosovo,
Land
Serbien,
Land

Objektbeschreibung

Spinnrocken wurden von volkskundlichen Museen in Südosteuropa schon gegen Ende des 19. Jahrhunderts gesammelt. Auch das Museum in Berlin sammelte sie als klassische Zeugnisse der "Volkskunst".   

Der Sammler Gustav-Adolf Küppers erwarb diesen Spinnrocken auf seiner letzten von insgesamt fünf Reisen nach Südosteuropa im heute kosovarischen Ort Sërboc (alb.) bzw. Srbovac (srb.). Es ist einer von dutzenden Spinnrocken, die er für die Sammlung erwarb und ist zugleich das einzige Exemplar, auf dem sich noch ein Rest der ursprünglich angebrachten Farbe erhalten hat. 

Die händische Verarbeitung von Rohwolle mithilfe von Spinnrocken und anderem Gerät verlor im frühen 20. Jahrhundert auch in Südosteuropa an Bedeutung; auch hier wurden immer mehr maschinell verarbeitete Stoffe benutzt, die in Geschäften und auf Märkten erworben wurden. 
Spinnrocken behielten jedoch auch darüber hinaus eine große symbolische Bedeutung. Sie waren ein häufiges Hochzeitsgeschenk, wurden z.T. sogar zur Geburt verschenkt und waren anschließend in Nutzung und wurden permanent am Körper getragen. Die Bedeutung und enge Verbindung von Spinnrocken und Nutzerin äußert sich u.a. dadurch, dass sie zum Teil auch als Beigabe ins Grab gegeben wurden oder auf Grabsteinen ein Spinnrocken abgebildet war. Zudem wurden sie auch häufig vererbt und von nachfolgenden Generationen in Ehren gehalten. Diese Praxis existiert zum Teil bis heute, wenn auch die Spinnrocken nicht mehr benutzt werden, sondern etwa als Erinnerungsstück oder zur Zierde an die Wand gehängt werden.

Letzte Aktualisierung: 12.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Museum Europäischer Kulturen

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Anno 1818. Seynd wir durch die Vorbitt der Gnaden Mutter in der Steinfelsen von der Augenscheinlichen Todesgefahr, die zu Mamminger Isar Prüken erfolgten stürzung, getrohet hat, gerettet worten. Zur danksagung hat dise Dafel Simann Gigisreiter 1/4 bauer in buebach, und desen Eweib Maria Anna geopfert!

Anno 1818. Seynd wir durch die Vorbitt der Gnaden Mutter in der Steinfelsen von der Augenscheinlichen Todesgefahr, die zu Mamminger Isar Prüken erfolgten stürzung, getrohet hat, gerettet worten. Zur danksagung hat dise Dafel Simann Gigisreiter 1/4 bauer in buebach, und desen Eweib Maria Anna geopfert!

Querformat. Oben in der Mitte auf Wolkenkissen Maria Hilf. Dunkler Himmel, im Hintergrund Bäume. Im Vordergrund ein Fluss, links geschwungener Holzsteg, aus dem ein Stück fehlt. Im Fluss schwimmend Fuder mit zwei Pferden bespannt, Frau, Mann auf Holzstück und Kind, sich an einem Brückenpfahl haltend. Rechts am Ufer festgemacht, wohl Schiffsmühle. Unter der Darstellung Schriftband: Anno 1818. Seynd wir durch die Vorbitt der Gnaden Mutter in der Steinfelsen von der Augenscheinlichen Todesgefahr, die zu Mamminger Isar Prüken erfolgten stürzung, getrohet hat, gerettet worten. Zur danksagung hat dise Dafel Simann Gigisreiter 1/4 bauer in buebach, und desen Eweib Maria Anna geopfert!Durch die untere Häfte dieses Votivbildes schimmert ein Älteres durch. Man erkennt vor einem großen Hause einen bespannten Wagen mit zwei Männern. Am rechten Rand: 1786 EXVOTO (?)Die Votivtafel wurde im August 1968 in Gemäldegalerie gerönt und infrarot aufgenommen. Wagen von links mit 2 Pferden und Reiter stößt gegen den mit 4 Pferden bespannten Heuwagen. (?) Reiter des Sattelpferdes blickt zurück zu einem Mann, der vor die Hinterräder gefallen ist. Auf Hausgiebel kleine stehende Muttergottes. Druch die Aufnahme die Lesung der Inschrift bestätigt.