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Ident. Nr.: N (74 E) 70/2024

ObjID: obj:3698494

Details (Expert)

Datierung
Aufnahme: 29.3.1921
Geografische Bezüge
Berlin,
Stadt
Abmessungen
Höhe x Breite: 11,3 x 7,5 cm (Passepartout)
Höhe x Breite: 5,5 x 4 cm (Motiv)
Gewicht: 10 g

Objektbeschreibung

Hochformat, Unikat. Doppelporträt zweier stehender Personen im Freien: Ein Herr, gekleidet in eine schwarze Hose, ein weißes Hemd mit schwarzer Krawatte sowie einem knielangen Mantel mit verdeckter Knopfleiste. Beide Hände sind in die Taschen des Mantels gesteckt. Er trägt einen kleinen Oberlippenbart sowie einen Hut. Zu seiner rechten eine junge Frau. Sie trägt dunkle Stiefel, einen dunklen Rock, ein helles Oberteil sowie einen dunklen, leicht taillierten, zugeknöpften Mantel und einen dunklen Hut und dunkle Handschuhe. Mit ihrem linken Arm hat sie sich bei der männlichen Person eingehakt. Beide stehen vor einem spitzen Metallzaun, im Hintergrund ist zudem ein Haus mit Fenstern zu erkennen.
Das Porträt ist eingefügt in ein goldenes Passepartout, das mit floraler Prägeornamentik verziert ist.
Auf der Rückseite die handschriftliche Notiz in Bleistift Berlin 29.3.21, darunter mit Tinte die handschriftliche Notiz „Ostern 1921 Georg und Hella“.

Das Unikatverfahren der Ferrotypie ist eine Weiterentwicklung des Verfahrens der Ambrotypie, bei der eine Collodiumschicht auf eine Glasplatte aufgebracht wird. Bei der Ferrotypie wird die Glasplatte ersetzt durch ein schwarz lackiertes Eisenblech. Auch hier erscheinen wie bei der mit schwarzem Untergrund hinterlegten Glasplatte der Ambrotypie in der Realität helle Partien (z.B. helle Kleidung) hell ab und in der Realität dunkle Partien (z.B. dunkle Kleidung) durch den dunklen Untergrund dunkel. Man spricht dabei auch von einem Scheinpositiv-Verfahren, da die Collodiumbeschichtung de facto ein Negativ darstellt, das durch den dunklen Untergrund als Positiv erscheint. Ferrotypien waren dabei in der Herstellung einfacher und günstiger als Ambrotypien sowie weit weniger zerbrechlich als Ambrotypien. Verwendet wurde das Verfahren ab ca. 1855. Das hier vorliegende Unikat ist ein sehr spätes Beispiel dieser 1921 schon lange überholten Technik der Fotografie.


Zu sehen sind die Geschwister Hella von dem Hagen (geb. 2.10.1904, gest. vermutlich am 26.9.2004) im Alter von 16 Jahren sowie ihr Bruder Georg von dem Hagen (geb. 29.11.1896) im Alter von 24 Jahren zu Ostern 1921. Sie waren das älteste bzw. jüngste Kind des Richters Rudolf von dem Hagen und Helene Richard, die vier weitere Kinder hatten (Quelle: Hagen, Rudolf v. dem. In: Wer ist’s?. 10. Ausgabe. Degener, Berlin 1935, S. 580 ). Hella von dem Hagen war sehbehindert. Sie studierte in Berlin Jura und arbeitete bis ins hohe Alter als Rechtsanwältin. Sie blieb unverheiratet, betreute jedoch zwei Mündel.


Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Museum Europäischer Kulturen

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